Kommentar: Ignoranz der Passagiere und Flugbann in Marokko

Strand in Agadair (Foto: Jan Gruber).
Strand in Agadair (Foto: Jan Gruber).

Kommentar: Ignoranz der Passagiere und Flugbann in Marokko

Strand in Agadair (Foto: Jan Gruber).
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Fliegen und Reisen in Zeiten von Corona bringt jeden Tag neue Überraschungen. Eigentlich sollte mittlerweile auch im kleinsten abgelegenen Dort angekommen sein, dass der Reisepass in den meisten Ländern bei der Einreise nicht mehr ausreichend ist. Eigentlich, denn immer noch ist das Gegenteil der Fall.

Es gibt zwar einige Menschen, die meinen, dass wenn sie reisen und eine Portion Unfreundlichkeit gepaart mit Drohungen sich zu beschweren, dann von PLFs, Tests und so weiter ausgenommen sind, aber diese Gruppe ist eine verschwindend kleine Minderheit. Diese ist zwar für das Personal besonders anstrengend, aber unproblematisch, denn wenn diese sich lange genug spielen, wird einfach die Polizei geholt und diese übernimmt dann.

Eine wirkliche Problemgruppe sind Reisende, die eigenen Angaben nach niemals von Einreiseformularen, Testpflichten und so weiter gehört haben wollen. Es ist schon sehr naiv zu glauben, dass man mittlerweile wieder reisen kann wie vor der Corona-Pandemie. Schuld ist aus der Sicht dieser Kundengruppe stets Airline oder Reisebüro. Es ist die grundsätzliche Pflicht des Passagiers sich selbst über die Einreisebestimmungen zu informieren und diese zu erfüllen. Und wenn es dann “Entry denied” heißt, kann es teuer werden.

Noch immer Wirrwarr innerhalb der EU

Dennoch ist es erschütternd, dass es die EU-Staaten in beinahe zwei Jahren Pandemie noch immer nicht geschafft haben einheitliche Reiseregeln für den Schengen-Raum zu schaffen. Noch immer sind die Unterschiede sehr groß. Malta praktiziert 1G, Österreich kontrolliert auf dem Luftweg scharf und am Landweg so gut wie gar nicht und zum Beispiel in Italien oder Frankreich muss man Pech haben, wenn man überhaupt kontrolliert wird. Dennoch verlangen die beispielhaft genannten Staaten Nachweise über den Corona-Status und gegebenenfalls auch das Ausfüllen von Formularen. Wozu denn eigentlich?

Genau diese Frage konnte niemand schlüssig beantworten, denn im Falle von Infektionsketten bringt der (elektronische) Papierkrieg ziemlich wenig, denn gerade Touristen sind längst wieder aus dem Land, wenn mögliches Contact Tracing beginnt. Und mal Hand aufs Herz: Würden Sie nach Ihrer Rückkehr zum Beispiel Anweisungen oder Kontaktaufnahmen der Gesundheitsbehörde des Urlaubslandes beachten?

Der Datenschutzgrundverordnung sei Dank können die Gesundheitsbehörden solche PLF-Daten nicht wirklich grenzüberschreitend austauschen. Dies sei neutral in den Raum gestellt, denn alles hat seine Vor- und Nachteile. Doch wird der Papierkram ewig erhalten bleiben? Hoffentlich nicht, denn viele Reisende sind schon mit dem Feld Flugnummer überfordert.

Marokko sperrt Touristen aus

Was bringt der Winter? Abwarten, denn die Vorzeichen sind äußerst unterschiedlich. Einige Staaten, darunter Dänemark, Irland und UK, haben mit dem Thema Corona endgültig abgeschlossen und in Lettland wurde der nächste Lockdown ausgerufen. In Deutschland soll laut Jens Spahn (CDU) alles “fast super” sein und in Österreich wartet man wohl wieder mal ab was Deutschland macht und wenn es zu lange dauert geht man einfach den österreichischen Weg und macht irgendwas, das dann als “politische Entscheidung” tituliert wird. Jedenfalls wird es Zeit, dass man lernt mit Corona, das sich nicht in Luft auflösen wird, zu leben und nach vorne blickt. Anders wird es leider nicht gehen, denn das wirtschaftliche Überleben vieler Branchen und damit auch deren Mitarbeiter hängt an einem seidenen Faden.

Die Regierung von Marokko lieferte just gestern am Abend einen klaren Beweis dafür, dass man bei der Buchung von Urlaubsreisen weiterhin aufpassen sollte. Nonstop-Flüge aus Deutschland, UK und den Niederlanden sind seit Mitternacht gebannt. Die Begründung für das Vorgehen: Zu hohe Inzidenzen. Selbst das deutsche Außenministerium rechnet damit, dass Marokko sehr bald weitere EU-Staaten mit Flugverboten eindecken könnte. Dabei hieß es doch noch vor einigen Monaten, dass das Bannen von Nonstop-Flügen nichts bringt? Marokko erlaubt ja weiterhin so genannte Direktflüge (mindestens eine Zwischenlandung) und Umsteigeverbindungen. Wer also wirklich in den afrikanischen Staat will, der wird seinen Weg schon finden.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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