Der Touristikkonzern Tui führt über seine Tochtermarke Robinson ab dem Sommer 2026 eine Kooperation mit dem Fitnessanbieter Hyrox ein.
Als erste Anlage des Unternehmens wird das Resort Robinson Cyprus als offizieller Trainingsstützpunkt für dieses Sportformat zertifiziert. Das Programm umfasst künftig reguläre Trainingseinheiten sowie Wettbewerbssimulationen im Rahmen des bestehenden Sportangebots. Für den Zeitraum vom 15. bis 22. November 2026 ist zudem eine spezielle Veranstaltungswoche unter der Bezeichnung „Hyrox Training Camp“ angesetzt, bei der professionelle Trainer sowie der deutsche Athlet Tim Wenisch die Einheiten leiten sollen. Das Angebot richtet sich an Einsteiger und erfahrene Sportler gleichermaßen, ist jedoch an eine zusätzliche Teilnahmegebühr von 250 Euro pro Person gekoppelt.
Diese Zusammenarbeit gliedert sich in einen breiteren Trend innerhalb der internationalen Hotel- und Freizeitwirtschaft ein, der unter dem Begriff „Race-Cation“ an Bedeutung gewinnt. Reiseanbieter und Hotelketten versuchen vermehrt, die wachsende Popularität von Sportveranstaltungen für die eigene Bettenauslastung zu nutzen. So verzeichnen auch andere internationale Hotelgruppen, wie etwa Hyatt im asiatisch-pazifischen Raum, durch gezielte Partnerschaften mit Fitnessanbietern eine steigende Nachfrage von Sportreisenden. Für die Reisebranche bietet die Integration standardisierter Trainingskonzepte die Möglichkeit, neue Kundengruppen außerhalb des klassischen Erholungsurlaubs anzusprechen und zusätzliche Einnahmen im Dienstleistungsbereich zu generieren.
Branchenbeobachter bewerten die zunehmende Verknüpfung von Pauschalreisen und Trendsportarten jedoch auch kritisch. Während die Einbindung populärer Fitnessprogramme die Attraktivität von Clubanlagen steigern soll, führt die Erhebung von beträchtlichen Zusatzgebühren für spezifische Sportwochen zu einer spürbaren Verteuerung des Gesamtaufenthalts für den Verbraucher. Zudem erfordert die professionelle Umsetzung von intensiven Sportarten wie Hyrox, die eine Kombination aus Dehnungs-, Kraft- und Laufelementen beinhalten, eine erhebliche Anpassung der hotelinternen Infrastruktur sowie geschultes Fachpersonal, um Verletzungsrisiken bei den Urlaubern zu minimieren. Ob sich die kostenpflichtigen Zusatzangebote im europäischen Raum dauerhaft gegen klassische, im Reisepreis inkludierte Sportprogramme durchsetzen können, bleibt abzuwarten.