Flughafen Zürich-Kloten (Foto: Flughafen Zürich AG).
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Konflikt um Enteisungs-Priorisierung am Flughafen Zürich nach Flugausfällen

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Ein massiver Wintereinbruch am Flughafen Zürich hat zu erheblichen Spannungen zwischen der Fluggesellschaft Swiss und dem Flughafenbetreiber geführt. Am vergangenen Samstag mussten insgesamt 16 Flüge der Schweizer Lufthansa-Tochter gestrichen werden, darunter eine Langstreckenverbindung nach Washington.

Der Grund für die Absagen war laut internen Dokumenten der Airline eine mangelhafte Koordination bei den Enteisungsvorgängen. Ein internes Memo wirft dem Flughafenmanagement „extensive Wartezeiten“ und die „Unfähigkeit zur Priorisierung“ wichtiger Flüge vor. Diese Verzögerungen führten dazu, dass Besatzungen ihre maximal zulässigen Arbeitszeiten überschritten oder Slot-Vorgaben nicht mehr eingehalten werden konnten, was letztlich die Stornierungen unumgänglich machte.

Der Flughafen Zürich weist die Vorwürfe einer gezielten Fehlplanung zurück und verweist auf die außergewöhnliche meteorologische Gesamtsituation. Aufgrund des extrem hohen Bedarfs an Enteisungen seien die Kapazitäten der zuständigen Bodendienstleister an ihre Grenzen gestoßen. Eine Priorisierung einzelner Flüge, wie von der Swiss gefordert, sei in solchen Lagen nur bedingt möglich, da die operativen Ressourcen der Handling-Agenten sowie die verfügbaren Enteisungspositionen auf dem Vorfeld die Taktung vorgeben. Die Sicherheit des Flugbetriebs stehe an oberster Stelle, weshalb Verzögerungen bei starkem Schneefall und Frost technologisch bedingt nicht auszuschließen seien.

Zusätzliche Recherchen im Bereich des Flughafenmanagements zeigen, dass die Enteisung in Zürich über zentrale Flächen, sogenannte „De-Icing Pads“, sowie direkt an den Standplätzen erfolgt. Bei hoher Auslastung entsteht ein logistischer Flaschenhals, da jedes Flugzeug unmittelbar vor dem Start behandelt werden muss, um die Wirkung des Enteisungsmittels zu gewährleisten. Branchenexperten zufolge führt der Ausfall einer Langstreckenmaschine zu besonders hohen Folgekosten für die Airline, da hunderte Passagiere umgebucht und hotelmäßig versorgt werden müssen. Dies erklärt den internen Unmut der Swiss, die eine Bevorzugung von Fernflügen gegenüber Kurzstreckenverbindungen anstrebt, um die wirtschaftlichen Schäden und die Auswirkungen auf das globale Streckennetz zu minimieren.

Die Swiss betont offiziell die Notwendigkeit einer flexiblen Zusammenarbeit aller Schnittstellen, um den Flugbetrieb stabil zu halten. Dennoch verdeutlicht der aktuelle Vorfall die logistischen Herausforderungen an großen Drehkreuzen während der Wintermonate. Die Abstimmung zwischen Airlines, dem Flughafenbetreiber und den unabhängigen Bodenabfertigern bleibt ein kritischer Faktor. Während die Untersuchung der Abläufe vom vergangenen Wochenende andauert, fordern Luftfahrtexperten klarere Protokolle für die Zuweisung von Enteisungs-Slots in Extremsituationen, um den Stillstand von Langstreckenjets und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für internationale Reisende künftig zu verhindern.

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