Airbus A320 (Foto: Steffen Lorenz).
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Konsolidierung der Lufthansa Group am Drehkreuz München durch Terminalwechsel von Eurowings

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Mit dem Beginn des Sommerflugplans am 29. März 2026 vollzieht die Lufthansa-Tochter Eurowings eine weitreichende operative Veränderung am Flughafen München. Nach sieben Jahren, in denen die Airline ihre Abfertigung im Terminal 1 abwickelte, kehrt der Carrier vollständig in das Terminal 2 zurück.

Diese strategische Entscheidung der Konzernleitung zielt darauf ab, sämtliche Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe unter einem Dach zu vereinen und die Effizienz des bayerischen Drehkreuzes signifikant zu steigern. Für die Passagiere bedeutet dieser Schritt vor allem eine erhebliche Verkürzung der Umsteigezeiten zwischen den Zubringerflügen von Eurowings und dem weltweiten Langstreckennetz der Lufthansa sowie ihrer Partnerairlines. Während der Umzug die Auslastung im Terminal 2 wieder erhöht, schafft die zeitgleiche Eröffnung eines neuen Flugsteigs im Terminal 1 die notwendigen Kapazitäten für das weitere Wachstum des internationalen Flugverkehrs in München. Die Maßnahme unterstreicht die Bedeutung einer kompakten Hub-Struktur in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Marktumfeld.

Die Rückkehr ins Lufthansa-Revier

Das Terminal 2 am Flughafen München gilt seit seiner Eröffnung als exklusives Territorium der Lufthansa und ihrer Partner der Star Alliance. Die Entscheidung, Eurowings im Jahr 2019 in das Terminal 1 auszulagern, war damals der hohen Auslastung und den begrenzten Kapazitäten im Hauptgebäude sowie im dazugehörigen Satellitenterminal geschuldet.

Durch den damaligen Umzug wurden rund zwei Millionen Passagiere pro Jahr umverteilt, was den operativen Druck im Terminal 2 vorübergehend minderte. Mit der nun angekündigten Rückkehr zum 29. März 2026 reagiert der Konzern auf veränderte Passagierströme und das Bedürfnis nach einer nahtlosen Reisekette. Ein Sprecher der Airline bestätigte, dass ab diesem Datum sowohl der Check-in als auch die Abflug-Gates exklusiv im Terminal 2 angesiedelt sein werden. Damit endet das sogenannte Exil im Terminal 1, das von vielen Transitpassagieren aufgrund der längeren Wege zwischen den Gebäuden oft als logistische Hürde empfunden wurde.

Optimierung der Umsteigeprozesse und Hub-Effizienz

Ein zentraler Vorteil der Zusammenlegung aller Konzernairlines im Terminal 2 liegt in der Optimierung der Minimum Connecting Time. In der Luftfahrtbranche ist diese Kennzahl entscheidend für die Attraktivität eines Drehkreuzes. Wenn Passagiere, die aus europäischen Regionen mit Eurowings anreisen, innerhalb desselben Gebäudes auf Langstreckenflüge der Lufthansa nach Nordamerika oder Asien umsteigen können, erhöht dies die Zuverlässigkeit des Hub-Betriebs.

Die bisher notwendigen Shuttle-Verbindungen oder längeren Fußwege zwischen den Terminals 1 und 2 entfallen für diese Kundengruppe künftig komplett. Zudem lassen sich Bodenverkehrsdienste, Lounges und Personaleinsätze durch die Konzentration auf ein Terminal effizienter steuern. Die Lufthansa Group bündelt damit ihre Ressourcen an ihrem zweitgrößten Standort, um im direkten Vergleich mit anderen europäischen Großflughäfen durch Schnelligkeit und Komfort zu punkten.

Infrastrukturelle Erweiterung im Terminal 1

Parallel zum Auszug von Eurowings steht am Flughafen München ein bedeutendes Bauprojekt vor dem Abschluss. Im Laufe des Jahres 2026 nimmt der Flughafen einen neuen Flugsteig am Terminal 1 in Betrieb. Dieser rund 360 Meter lange Anbau an der Westseite des Gebäudes ist speziell für die Abfertigung von Non-Schengen-Verkehren konzipiert.

Mit dieser Erweiterung wird die Kapazität des Flughafens um bis zu sechs Millionen Passagiere pro Jahr gesteigert. Der neue Flugsteig verfügt über modernste Boarding-Bereiche und ist so ausgelegt, dass auch große Langstreckenflugzeuge effizient abgefertigt werden können. Diese Kapazitätserweiterung ist eine notwendige Reaktion auf das stetig wachsende Aufkommen im interkontinentalen Verkehr. Während Eurowings Platz im Terminal 2 beansprucht, bietet der neue Flugsteig im Terminal 1 den Raum für andere internationale Fluggesellschaften, die nicht der Lufthansa-Gruppe angehören, ihre Präsenz in München auszubauen.

Wirtschaftliche Aspekte der Terminal-Rotation

Die Entscheidung für den Terminalwechsel ist auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Das Terminal 2 wird gemeinschaftlich von der Lufthansa und der Flughafen München GmbH betrieben, was dem Konzern eine größere Kontrolle über die Kostenstrukturen und die Qualität der Abfertigungsprozesse ermöglicht.

Durch die Integration von Eurowings in dieses System können Synergieeffekte bei der Gepäcksortierung und den IT-Systemen besser genutzt werden. Auf der anderen Seite profitiert der Flughafenbetreiber durch die Inbetriebnahme des neuen Flugsteigs im Terminal 1 von höheren Einnahmen aus Lande- und Passagierentgelten sowie aus den kommerziellen Flächen im neuen Gebäudeteil. Die Modernisierung des Terminal 1 sorgt zudem dafür, dass der Qualitätsabstand zwischen den beiden Hauptgebäuden des Flughafens verringert wird, was den Standort insgesamt attraktiver für ausländische Carrier macht.

Logistische Vorbereitungen für den Stichtag

Ein Terminalwechsel dieser Größenordnung erfordert monatelange Vorplanungen. Betroffen sind nicht nur die IT-Infrastruktur und die Beschilderung, sondern auch die Zuweisung von Parkpositionen für die Flugzeuge und die Organisation der Bodenabfertigungsdienste. Das Bodenpersonal muss auf die neuen räumlichen Gegebenheiten geschult werden, und die Logistikketten für das Catering und die Reinigung müssen neu justiert werden.

Da der Wechsel zum Start des Sommerflugplans erfolgt, fällt er in eine Zeit mit traditionell hohem Verkehrsaufkommen. Die Flughafen München GmbH und Eurowings arbeiten eng zusammen, um sicherzustellen, dass der Übergang am 29. März reibungslos verläuft. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Information der Passagiere, um Verwirrungen am Reisetag zu vermeiden.

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