Der Wirtschaftsfaktor Halloween verzeichnet im Großraum Wien im Herbst 2026 eine weiterhin stabile Nachfrage im Einzelhandel und im Online-Lebensmittelvertrieb. Nach einer Erhebung der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien planen die Wiener Konsumentinnen und Konsumenten im Zuge der Feierlichkeiten zum 31. Oktober 2026 Gesamtausgaben von insgesamt rund 20 Millionen Euro.
Der Verkaufsfokus liegt dabei traditionell auf Süßwaren, Dekorationsobjekten und Lebensmitteln für Festlichkeiten im häuslichen Rahmen. Die Konsumdaten des Online-Supermarkts Gurkerl für das Einzugsgebiet Wien bestätigen diese Tendenz: Seit Anfang Oktober 2026 verzeichnet der Händler im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg der Süßwarenbestellungen um zehn Prozent pro Warenkorb, während Artikel aus dem speziellen Halloween-Sortiment um 14 Prozent zulegten. Die Analyse der Vertriebsdaten gewährt Einblicke in verschobene Präferenzen bei der Produktwahl sowie in das Bestellverhalten der Bevölkerung.
Verschiebung im Naschverhalten und Aufstieg von Fruchtgummiprodukten
Im Bereich der Süßwaren zeigt sich im Oktober 2026 eine charakteristische Veränderung der Verbraucherpräferenzen. Während in der Halloween-Woche des Jahres 2025 – konkret im Zeitraum vom 27. Oktober bis zum 31. Oktober 2025 – Schokoladenprodukte das Sortiment dominierten, verzeichnen Fruchtgummis im Jahr 2026 überdurchschnittliche Zuwachsraten. Die Bestellungen von Fruchtgummierzeugnissen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent pro Warenkorb, während Schokoladenerzeugnisse einen Zuwachs von 28 Prozent verzeichneten.
In der Liste der im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 24. Oktober 2026 am häufigsten nachgefragten Süßwaren nehmen die Schokoschirmchen-Geister der österreichischen Traditionsmarke Küfferle den ersten Platz ein. Auf den nachfolgenden Rängen folgen spezialisierte Fruchtgummis wie Trolli Glotzer, Trolli Dracula sowie die Sauren Spinnenbeine der Marke Hitschies. Zum Vergleich: Im Oktober 2025 führten die Schoko-Kürbisse der Marke Marks & Spencer das Verkaufsranking an, gefolgt von etablierten Ganzjahresprodukten wie Kinder Schokolade, Milka Nussini und Wiener Schwedenbomben der Firma Niemetz.
Veränderungen im Lebensmittelsegment und Nachfrage nach Dekoration
Neben den klassischen Süßwaren für die Haustürsammlung zeigt der Auswertungsschnitt des Online-Handels im Oktober 2026 eine gesteigerte Nachfrage nach themenspezifischen Frischwaren und Fertiggerichten. Ein signifikanter Anstieg wurde bei saisonalen Teigwaren registriert: Vom 1. Oktober bis zum 24. Oktober 2026 wurden über 1.000 Packungen der Kürbis-Ravioli des Herstellers Rana abgesetzt. Dies entspricht mehr als dem Siebenfachen der Verkaufsmenge des entsprechenden Vorjahreszeitraums.
Im Segment der Dekorationsartikel greifen die Haushalte im Großraum Wien verstärkt zu wiederverwendbaren Gestaltungselementen. Zu den in den ersten drei Oktoberwochen des Jahres 2026 meistverkauften Artikeln zählen Kürbis-Girlanden, kleinere Zierkürbisse zum Bemalen sowie künstliche Spinnennetze inklusive Zubehör. Bei frischen Speisekürbissen dokumentieren die Daten aus dem Vorjahr ein stark auf den Stichtag konzentriertes Kaufverhalten. Am 31. Oktober 2025 wurden beim Online-Händler 765 Kürbisse geordert. Während großformatige Schnitzkürbisse überwiegend mit einem Vorlauf von ein bis drei Tagen erworben werden, entfällt der Absatz am 31. Oktober selbst primär auf Hokkaido-Kürbisse für die kulinarische Zubereitung.
Analyse des Bestellverhaltens und wirtschaftliche Kennzahlen der Warenkörbe
Die Auswertung der Bestelleingänge verdeutlicht, dass die Vorbereitungen für das Fest im Großraum Wien mehrheitlich mit zeitlichem Vorlauf getätigt werden. Im Jahr 2025 wurden 54 Prozent aller einschlägigen Bestellungen am Mittwoch oder Donnerstag vor dem 31. Oktober aufgegeben. Auf den eigentlichen Festtag, den 31. Oktober 2025, entfielen lediglich vier Prozent der Gesamtaufträge. Die frühzeitigsten Bestellungen wurden von Ausrichtern größerer Feiern getätigt, bevorzugt am Mittwochabend in den Stunden zwischen 19:00 Uhr und 22:00 Uhr. Familien, die Utensilien für den Brauch des Sammelns von Süßigkeiten anfordern, bestellten im Schnitt etwa 18 Stunden vor dem gewünschten Lieferzeitpunkt.
Die finanziellen Parameter der Einkäufe unterscheiden sich spürbar vom regulären Alltagsbedarf. Der durchschnittliche Wert eines Einkaufskorbs mit Halloween-Bezug lag im Jahr 2025 bei 123 Euro, was einer Steigerung von rund 30 Prozent gegenüber einer gewöhnlichen Bestellung entspricht. Spezifische Bestellungen für Feierlichkeiten, die auch Sekt oder Spirituosen enthielten, erreichten im Schnitt einen Warenwert von 190 Euro. Die größte dokumentierte Einzelbestellung für eine Festlichkeit umfasste im Oktober 2025 insgesamt 68 Packungen Knabbergebäck und Süßwaren sowie acht Dips mit einem Gesamtwert von 237 Euro. Da der 31. Oktober im Jahr 2026 auf einen Samstag fällt, passen die Logistikdienstleister ihre Lieferkapazitäten an die Wochenendnachfrage im städtischen Raum an.