Burger mit Pommes und Bier (Foto: Edward Franklin/Unsplash)
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Konsumverhalten zur Kaiser Wiesn: Nachfragewandel im Vorfeld des Wiener Volksfestes

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Vor dem Auftakt der Kaiser Wiesn am 24. September im Wiener Prater zeigt sich eine deutliche Veränderung im Kaufverhalten der Konsumenten.

Eine Analyse der Kundendaten des Online-Lebensmittelhändlers Gurkerl für die Saison 2025 verdeutlicht, dass die Nachfrage nach typischen Gastronomieprodukten und Spezialitäten bereits zwei Wochen vor dem Beginn des Festes stark ansteigt. Während das Gesamtvolumen beim Bierverkauf im besagten Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr stagnierte beziehungsweise leicht rückläufig war, verzeichneten spezielle Festbiere einen Zuwachs von 40 Prozent. Auf 1.000 Bestellungen entfielen rund 67 Liter Saisonbier, was etwa jedem neunten verkauften Liter Bier entsprach.

Neben dem Brauereisektor verzeichneten auch ausgewählte Lebensmittel- und Feinkostkategorien deutliche Nachfragesteigerungen im Vorfeld der Veranstaltung. Der Absatz von süßem Senf stieg im Vergleich zu einem durchschnittlichen Sommerzeitraum um 520 Prozent, gefolgt von Weißwürsten mit einem Plus von 230 Prozent und Laugengebäck mit 140 Prozent. Ebenfalls erhöhte Nachfragewerte erzielten Leberkäse, Sauerkraut sowie Käsespezialitäten. In den Warenkörben mit Wiesn-Bezug zeigten sich zudem erhöhte Absatzzahlen bei Wein und alkoholfreien Erfrischungsgetränken. Bei den präferierten Biermarken führten bayerische Importbiere sowie Erzeugnisse der regionalen Brauereien Wieselburger und Ottakringer die Verkaufsstatistiken an.

Die Auswertung zeigt zudem eine Abweichung vom allgemeinen Markttrend bei alkoholfreien Alternativen. Während alkoholfreies Bier im Jahresverlauf auf dem österreichischen Markt kontinuierlich Marktanteile gewinnt, sinkt dessen Anteil am Gesamtabsatz während der Oktoberfestzeit regelmäßig unter die Werte der Sommermonate. Für die Bewirtung im privaten Rahmen berechnet der Online-Handel für ein Standardmenü bestehend aus Bier, Wurstwaren, Gebäck und Beilagen für vier Personen Materialkosten von rund 52 Euro. Dies entspricht pro Kopf einem Betrag von etwa 13 Euro, was unter den Gastronomiepreisen auf dem Festgelände liegt.

Die vorverlagerte Nachfrage verdeutlicht den Trend zur privaten Bewirtung im heimischen Umfeld als Alternative oder Ergänzung zum Besuch von Großveranstaltungen. Für den Lebensmitteleinzelhandel und Online-Lieferdienste stellt diese Periode eine bedeutende Phase zur Umsatzsteigerung dar, bei der gezielt mit regionalen Fleischhauereien und Brauereien zusammengearbeitet wird. Gleichzeitig stehen die Anbieter vor logistischen Herausforderungen, um die kurzfristigen Absatzspitzen bei leicht verderblichen Waren und Spezialsortimenten ohne hohe Abschreibungen oder Lieferengpässe abzuwickeln.

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