Der US-amerikanische Mobilitätsdienstleister Uber reduziert seine weltweite Belegschaft um rund zehn Prozent. Wie Konzernchef Dara Khosrowshahi in einer Mitteilung an die Mitarbeiter bekanntgab, betrifft der Stellenabbau etwa 3.300 der insgesamt rund 36.600 Beschäftigten.
Die Maßnahmen richten sich primär gegen zu komplexe Unternehmensstrukturen, die durch das starke Wachstum der vergangenen Jahre entstanden sind. Ziel der Restrukturierung ist es, Hierarchieebenen abzubauen, Entscheidungswege zu verkürzen und operative Einheiten an zentralen Standorten zusammenzuführen.
Die personellen Einschnitte erfolgen vor dem Hintergrund solider Finanzzahlen im zweiten Quartal 2026. Das Unternehmen verzeichnete einen Anstieg des Umsatzes um zwölf Prozent auf 14,2 Milliarden US-Dollar sowie ein Plus beim bereinigten operativen Ergebnis von 33 Prozent auf 2,8 Milliarden US-Dollar. Neben dem Personalabbau ordnet die Konzernleitung eine Rückkehr zur Präsenzarbeit an. Künftig sollen nur noch rund ein Prozent der Angestellten vollständig aus der Ferne arbeiten, während für den Großteil der Mitarbeiter eine Pflicht zur Präsenz im Büro an drei Tagen pro Woche gilt. Globale Kapazitäten werden an den Standorten San Francisco und New York konzentriert.
Mit den frei werdenden Mitteln will Uber Investitionen in neue Technologiebereiche finanzieren, darunter die Entwicklung autonomer Fahrdienste. Zeitgleich mit der Ankündigung des Stellenabbaus startete der Konzern in London einen Testbetrieb für Robotaxis in Kooperation mit dem Technologieunternehmen Wayve. Um im Markt für automatisierte Fahrdienste gegen Konkurrenten wie Alphabet’s Waymo oder Tesla zu bestehen, versucht das Unternehmen, freigesetztes Kapital in die Skalierung von Software-Anwendungen und Flottenpartnerschaften zu lenken.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass der Stellenabbau trotz hoher Gewinne den Wandel in der Technologiebranche widerspiegelt. Unternehmen fokussieren ihre Ausgaben zunehmend auf Automatisierung und Künstliche Intelligenz, während Verwaltungsebenen und mittlere Managementstrukturen ausgedünnt werden. Die verordnete Einschränkung der Arbeit aus dem Homeoffice birgt zudem das Risiko, qualifiziertes Personal in hart umkämpften Technologiefeldern an Mitbewerber zu verlieren.