Korean Air, eine der führenden Fluggesellschaften Asiens, hat kürzlich eine umfassende Serviceoffensive angekündigt, die sowohl die Einführung einer Premium-Economy-Klasse als auch erhebliche Verbesserungen ihrer Flughafenlounges umfasst. Diese Maßnahmen erfolgen im Zuge der kürzlich abgeschlossenen Fusion mit Asiana Airlines und spiegeln das Bestreben wider, den Passagieren ein noch hochwertigeres Reiseerlebnis zu bieten.
In Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach komfortableren Sitzoptionen plant Korean Air, eine Premium-Economy-Klasse einzuführen. Hierfür sollen elf Boeing 777-300ER-Flugzeuge umgerüstet werden, wobei die First-Class-Kabinen entfernt und durch die neue Premium-Economy-Sektion ersetzt werden. Die ersten umgerüsteten Flugzeuge sollen in der zweiten Jahreshälfte 2025 in Dienst gestellt werden und eine Drei-Klassen-Konfiguration bieten: Prestige (Business), Premium Economy und Economy. Die gesamte Flottenmodifikation soll bis 2026 abgeschlossen sein, um die Verfügbarkeit der Premium-Economy-Klasse auf weiteren Strecken zu gewährleisten.
Diese Entscheidung steht im Einklang mit dem globalen Trend, bei dem immer mehr Fluggesellschaften eine Zwischenklasse zwischen Economy und Business anbieten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Passagiere gerecht zu werden. Premium-Economy-Sitze bieten in der Regel mehr Beinfreiheit, breitere Sitze und zusätzliche Annehmlichkeiten, die den Komfort auf Langstreckenflügen erhöhen.
Verbesserung der Flughafenlounges
Parallel zur Einführung der Premium-Economy-Klasse plant Korean Air umfangreiche Renovierungen und Erweiterungen ihrer Lounges an wichtigen internationalen Flughäfen. Am Incheon International Airport (ICN) in Seoul werden ab August 2025 bestehende Lounges erweitert und renoviert. Neue „Prestige Class Garden Lounges“ sollen sowohl im Ost- als auch im Westflügel von Terminal 2 entstehen. Diese Verbesserungen zielen darauf ab, dem erhöhten Passagieraufkommen nach der Flughafenerweiterung und der Verlagerung von Asiana Airlines in Terminal 2 gerecht zu werden.
Die bestehende Prestige-Class-Lounge im Ostflügel wird ihre Fläche verdoppeln, während die Miler-Club-Lounge ebenfalls erweitert wird. Insgesamt wird Korean Air nach Abschluss aller Arbeiten sechs Lounges am Incheon-Flughafen betreiben, wodurch sich die Gesamtfläche der Lounges um das 2,5-Fache vergrößert und die Sitzplatzkapazität verdoppelt wird.
Auch die Lounges an den Flughäfen Los Angeles (LAX) und New York (JFK) sollen vollständig umstrukturiert und mit städtespezifischen Designs versehen werden, um den lokalen Charakter widerzuspiegeln und den Passagieren ein einzigartiges Erlebnis zu bieten.
Fusion mit Asiana Airlines und neue Markenidentität
Diese Serviceverbesserungen erfolgen im Kontext der kürzlich abgeschlossenen Fusion von Korean Air mit Asiana Airlines. Im Dezember 2024 erwarb Korean Air einen Anteil von 63,88 % an Asiana Airlines, nachdem die Zustimmung von 14 Regulierungsbehörden weltweit eingeholt worden war. Der Integrationsprozess soll bis 2026 abgeschlossen sein, wobei Asiana zunächst als Tochtergesellschaft von Korean Air operieren wird.
Im Zuge dieser Fusion präsentierte Korean Air eine neue Markenidentität und Flugzeuglackierung. Das aktualisierte Design umfasst den Schriftzug „Korean“ in einer modernisierten dunkelblauen Schrift auf einem hellblauen Rumpf mit Metallic-Effekt sowie ein vereinfachtes dunkelblaues Taeguk-Symbol am Heck. Diese Änderungen symbolisieren den Beginn einer neuen Ära für die Fluggesellschaft und unterstreichen das Engagement für Innovation und Exzellenz.
Auswirkungen auf den Luftverkehrsmarkt
Durch die Fusion könnte Korean Air über die Hälfte der Passagierkapazität Südkoreas kontrollieren und zur zwölftgrößten internationalen Fluggesellschaft aufsteigen. Zudem plant Korean Air, die Billigfluglinien Air Busan und Air Seoul von Asiana mit Jin Air von Korean Air zu einer einzigen Billigfluggesellschaft zusammenzuführen.
Diese Konsolidierung könnte erhebliche Auswirkungen auf den Wettbewerb im asiatischen Luftverkehrsmarkt haben. Während einige Bedenken hinsichtlich möglicher Monopolstellungen geäußert wurden, betonte Korean Air, dass die Fusion notwendig sei, um in einem zunehmend wettbewerbsorientierten globalen Markt bestehen zu können.