Eine von der russischen Nordstar Airlines betriebene Boeing 737-800 ist am 9. Jänner 2024 auf dem Flughafen Krasnojarsk über das Pistenende hinausgeschossen. Die Maschine ist laut lokalen Medienberichten erst etwa 30 Meter vor dem Ende des befestigten Bereichs zum Stehen gekommen.
Die Staatsanwaltschaft von Westsibirien teilte dazu mit, dass sich an Bord acht Crewmitglieder und 169 Fluggäste befunden haben. Diese hätten die Boeing 737-800 unverletzt verlassen können. Die Passagiere wären mit Bussen zum Terminal gebracht worden. Das betroffene Flugzeug musste jedoch aus Sicherheitsgründen abgeschleppt werden.
Der Vorfall soll sich am 9. Jänner 2024 gegen 9 Uhr 50 Lokalzeit im Zuge des Landevorgangs auf dem Flughafen Krasnojarsk ereignet haben. Derzeit ist noch völlig unklar warum der Mittelstreckenjet erst nach dem markierten Ende der Runway zum Stillstand gekommen ist. Das Wetter könnte jedoch eine entscheidende Rolle gespielt haben, denn zu diesem Zeitpunkt sollen offiziellen Angaben nach Temperaturen um die -19 Grad Celsius geherrscht haben. Daher ist nicht auszuschließen, dass sich auf dem Asphalt Eis gebildet haben könnte, das den Bremsweg massiv verlängert haben könnte.
Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile angeordnet, dass die nationale Flugunfallermittlungsbehörde NSK den Vorfall untersuchen soll. Daher haben sich unmittelbar danach Ermittler auf den Weg zum Flughafen Krasnojarsk gemacht.
Der aktuelle Zwischenfall reiht sich in eine ganze Reihe von Vorfällen, die sich in der russischen Föderation in jüngerer Vergangenheit ereignet haben, ein. Beispielsweise musste im September 2023 ein von Ural Airlines betriebener Airbus A320 wegen Treibstoffmangel auf einem Weizenfeld notlanden. Im Dezember 2023 verwechselte die Crew einer Antonov An-24 einen gefrorenen Fluss mit der Start- und Landebahn. Zwar sind bislang alle Vorfälle glimpflich verlaufen, jedoch ist die Häufung der Zwischenfälle in der Russischen Föderation auffällig.