Vertreter der Pendlerinitiative Österreich sowie der Arbeiterkammer Wien haben erhebliche Mängel bei den Registrierungsverfahren auf Park-and-Ride-Anlagen in Niederösterreich kritisiert. Grund für die Beschwerden sind unübersichtliche Nutzungsbedingungen und fehlende Informationen an den Ein- und Ausfahrtsterminals.
Obwohl die Nutzung der Stellplätze für Inhaber öffentlicher Verkehrsnetzfahrkarten grundsätzlich kostenfrei ist, führt eine fehlende oder fehlerhafte Online-Verknüpfung des Autokennzeichens mit dem jeweiligen Ticket zu hohen Nachforderungen durch private Parkplatzbetreiber.
In der Praxis basiert das Kontrollsystem auf automatisierter Kennzeichenerfassung per Kamera. Bei der Ausfahrt signalisiert eine Ampelsteuerung den Status der Freigabe. Leuchtet die Anzeige rot, bleibt für viele Autofahrer unklar, wie die fehlende Zuordnung vor Ort behoben werden kann. Hinweise zur geforderten Nachregistrierung sind an den Terminals oft schwer erkennbar angebracht. Wer den ausstehenden Datenabgleich im Nachgang versäumt, erhält Zahlungsaufforderungen des beauftragten Betreibers APCOA in Höhe von 85 Euro. Zusätzlich fallen bei Rückfragen häufig Gebühren für behördliche Halterabfragen an.
Leopold Wagner von der Pendlerinitiative und Fritz Pöltl von der Fraktion FCG-ÖAAB in der Arbeiterkammer Wien fordern eine technische Vereinfachung des Systems. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter sollten die Kundendaten von Öffi-Tickets und Fahrzeugkennzeichen im Rahmen der datenschutzrechtlichen Vorgaben automatisch abgeglichen werden. Die aktuellen Hürden widersprächen dem behördlichen Ziel, den Umstieg vom Individualverkehr auf den öffentlichen Personennahverkehr an den Schnittstellen des regionalen Bahnnetzes zu erleichtern.
Die Betreiber von P&R-Anlagen verweisen auf die Notwendigkeit der Registrierung, um Dauerparken ohne gültigen Bahnfahrschein zu verhindern und die Parkkapazitäten für tatsächliche Bahnreisende freizuhalten. Für Pendler aus dem Wiener Umland bleibt das Verfahren jedoch eine Fehlerquelle mit finanziellen Folgen. Eine Überarbeitung der Hinweisschilder und der digitalen Benutzeroberflächen an den Stationen steht auf der Agenda der Interessenvertreter.