Flughafen Zagreb (Foto: Jan Gruber).
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Kroatische Regierung bereitet neue PSO-Ausschreibung für Inlandsflugrouten vor

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Die kroatische Regierung bereitet eine neue Ausschreibung für Dienste von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse (Public Service Obligation, PSO) vor, um die Finanzierung heimischer Flugrouten nach dem Auslaufen der aktuellen Verträge am 28. März 2026 zu sichern. Die sogenannten PSO-Regelungen ermöglichen die Bereitstellung europäischer Mittel für unrentable, zumeist inländische Flugstrecken, die jedoch für die wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Region als unerlässlich erachtet werden. Der vorangegangene Zuschlag im November 2021 vergab die millionenschweren Aufträge für zwölf inländische Routen an Croatia Airlines und Trade Air, welche historisch die einzigen Empfänger staatlicher Fördermittel für Inlandsflüge waren. Mit einem neuen Ausschreibungsverfahren wird Ende 2025 oder Anfang 2026 gerechnet.

Zu den Routen, die derzeit als PSO-Dienste aufrechterhalten und kompensiert werden, gehören Verbindungen wie Dubrovnik-Zagreb, Split-Zagreb, sowie verschiedene Routen, die Städte wie Zadar, Pula, Brač, Osijek und Rijeka anbinden. Es gibt jedoch Bestrebungen, die Liste der PSO-Routen zu überarbeiten. So argumentiert der Flughafen Rijeka, daß seine begrenzte Einbeziehung in das derzeitige System die regionale Konnektivität untergrabe und sein Potential zur Entwicklung ganzjähriger Flugdienste einschränke. Gleichzeitig werden Fragen aufgeworfen, ob Flüge von Zagreb nach Split und Dubrovnik tatsächlich unrentabel sind und somit den PSO-Richtlinien entsprechen. Die Diskussion um die Anpassung des Streckennetzes spiegelt die Bemühungen wider, die Effizienz und den Nutzen der Subventionen zu optimieren.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair, die bereits Basen in Zagreb, Dubrovnik und Zadar unterhält, hat ihr Interesse bekundet, an der kroatischen PSO-Ausschreibung teilzunehmen und gegebenenfalls Inlandsflüge im Land aufzunehmen. Ryanair kündigte eine eingehende Analyse der Ausschreibungsbedingungen an und erklärte, die Entscheidung werde primär von den vorgeschlagenen Anforderungen abhängen. Dabei werde auch geprüft, ob der Einsatz der eigenen Flugzeuge, die über fast 200 Sitzplätze verfügen, auf kroatischen Inlandsflügen kosteneffektiv wäre. Bereits bei der letzten PSO-Ausschreibung im Jahre 2022 hatte die kroatische Regierung ein „signifikantes“ Interesse ausländischer Fluggesellschaften festgestellt, was auf eine potenzielle Wettbewerbssteigerung im kroatischen Inlandsflugverkehr hindeutet.

Croatia Airlines, welche sich in einem umfassenden Flottenumbau zu einer reinen Airbus A220-Flotte befindet, wird voraussichtlich im kommenden Jahr Vereinbarungen für die Anmietung von Turboprop-Flugzeugen im Rahmen eines Wet-Lease-Modells abschließen. Ein Teil dieser Flugzeuge wird voraussichtlich auf den PSO-Routen eingesetzt werden. Die Entwicklung des kroatischen Inlandsflugverkehrs und die Vergabe dieser wichtigen staatlich unterstützten Routen werden somit in den kommenden Monaten mit Spannung verfolgt werden, da sie maßgeblich die zukünftige Konnektivität des Landes beeinflussen.

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