Vom 18. September bis 10. Oktober 2026 richtet die Tourismusregion Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge die sogenannten Kulinarischen Nächte aus. An insgesamt vier Wochenenden veranstalten 13 regionale Hotel- und Gastronomiebetriebe 23 Themenabende, die sich auf lokale Produkte und traditionelle Rezepte konzentrieren.
Das Angebot erstreckt sich von mehrgängigen Abenden bis hin zu begleiteten kulinarischen Wanderungen. Die Zutaten stammen nach Angaben der Veranstalter von 23 regionalen Erzeugern, die mit dem Gütesiegel der AMA Genussregion zertifiziert sind.
Die Auftaktveranstaltung am 18. September führt als mehrgängige Genusswanderung durch vier verschiedene Betriebe in Bad Kleinkirchheim. An den darauf folgenden Wochenenden widmen sich die Gastronomiebetriebe unterschiedlichen Themenbereichen wie regionalem Wild und Fisch, heimischen Getreide- und Gemüsesorten sowie Räucher- und Selchspezialitäten. Der Preis für die jeweiligen Menüabende liegt bei 89 Euro pro Person, während der Eröffnungsrundgang mit 99 Euro zu Buche schlägt. Ergänzt wird die Veranstaltungsreihe durch samstägliche Genussmärkte sowie spezielle Verpflegungsangebote in zwei Bergrestaurants im Nockgebiet.
Tourismusbeobachter und Branchenvertreter werten die Inwertsetzung regionaler Lebensmittel als festen Bestandteil der Auslastungssteuerung in der alpinen Nebensaison. Veranstaltungen dieser Art zielen darauf ab, die Lücke zwischen der Sommer- und Wintersaison zu überbrücken und die Betriebe im Herbst besser auszulasten. Gleichzeitig erfordert die Teilnahme für die Gastronomen einen erhöhten logistischen und personellen Aufwand bei der Beschaffung zertifizierter Zutaten aus der unmittelbaren Umgebung, was sich in den entsprechenden Menüpreisen niederschlägt.
Die Kombination aus Gastronomie und regionaler Erzeugung gilt in Kärnten als etablierter Wirtschaftsfaktor zur Stärkung der bäuerlichen Lieferketten. Kritisch angemerkt wird von Branchenkennern jedoch, dass die Konzentration auf hochpreisige Menüangebote vorwiegend eine kaufkräftige Zielgruppe anspricht. Ob das Format bei den aktuellen Rahmenbedingungen in der Gastronomie, wie steigenden Wareneinsatz- und Personalkosten, langfristig flächendeckend rentabel umgesetzt werden kann, bleibt eine der zentralen Fragen für die regionale Tourismuswirtschaft.