Das Kulturformat Klanglicht expandiert im Herbst 2026 von Graz nach Wien. Unter dem Titel „Klanglicht im Park – The Sound of Light“ nutzt die Veranstaltung vom 23. Oktober 2026 bis zum 10. Januar 2027 das Areal des Schwarzenberggartens im 3. Wiener Gemeindebezirk als Veranstaltungsort.
Das Konzept basiert auf einer Lizenzvereinbarung mit den Bühnen Graz, die das Licht- und Klangfestival seit 2015 an ihrem Stammort austragen. Als Wiener Partner fungiert Georg Hoanzl, der am selben Standort bereits das sommerliche „Theater im Park“ betreibt. Die Kooperation erfolgt in Abstimmung mit der Fürstlich Schwarzenberg’schen Familienstiftung als Grundeigentümerin des historischen Gartenareals.
Das künstlerische Programm im Schwarzenberggarten umfasst Installationen österreichischer und internationaler Kunstschaffender, darunter Werke von Luke Jerram, Alfredo Barsuglia, Yasuhiro Chida und Katja Paternoster. Ein zentrales Ausstellungsstück bildet Jerrams Arbeit „Museum of the Moon“, eine großformatige Mondinstallation. Der Parcours erstreckt sich über die vier Terrassen des Gartens vom Palais Schwarzenberg bis hinauf in die Nähe des Schlosses Belvedere. Um den Besucherstrom auf dem historischen Gelände zu steuern und Engpässe an den Zugängen zu vermeiden, setzen die Veranstalter auf ein Ticketingsystem mit zeitlich gestaffelten Einlassfenstern.
Mit dem Ableger in der Bundeshauptstadt versuchen die Bühnen Graz unter der Führung von Geschäftsführer Bernhard Rinner und der künstlerischen Leiterin Birgit Lill-Schnabl, die Marke Klanglicht über die Steiermark hinaus zu kommerzialisieren. Die Grazer Stammveranstaltung erzielte bei ihrer Ausgabe im Jahr 2025 nach Veranstalterangaben mehr als 108.000 Exkursionen im öffentlichen Raum. Die Paralleleinführung in Wien findet zeitgleich mit dem Start der Grazer Herbstausgabe statt, was Synergieeffekte bei der Logistik und der Buchung internationaler Lichtkünstler ermöglichen soll.
Kulturmanager verweisen jedoch darauf, dass die Übertragung von Open-Air-Formaten in den kostenpflichtigen Herbst- und Winterbetrieb finanzielle Risiken birgt. Im Gegensatz zum weitgehend frei zugänglichen Innenstadtfestival in Graz basiert das Wiener Modell auf festen Eintrittspreisen zur Deckung der Infrastruktur-, Lizenz- und Personalkosten. Die Rentabilität des Projekts im Schwarzenberggarten hängt maßgeblich von der Ticketnachfrage in den nachfrageschwächeren November- und Januarmonaten sowie von der Witterungsbeständigkeit der technischen Installationen ab.