Das Musikfestival Steyr setzt in seiner aktuellen Sommersaison auf eine Open-Air-Inszenierung des bekannten Rockmusicals „Hair“. Vom 23. Juli bis zum 8. August 2026 stehen im Rahmen der Veranstaltung insgesamt elf Vorstellungen auf dem Spielplan.
Das 1967 in New York uraufgeführte Stück von Gerome Ragni und James Rado behandelt Themen wie gesellschaftlichen Wandel, Proteste gegen kriegerische Auseinandersetzungen und individuelle Selbstbestimmung. Zur Eröffnungsvorstellung am Schloss Lamberg haben sich Vertreter aus der regionalen Politik, der heimischen Wirtschaft sowie aus dem Kultursektor angekündigt, was die Verankerung des Festivals in der Region Oberösterreich unterstreicht.
Die Durchführbarkeit der Freiluftveranstaltung hängt maßgeblich von den Witterungsbedingungen im oberösterreichischen Sommer ab, da die Aufführungen ausdrücklich nur bei Schönwetter stattfinden. Für das Leitungsteam um Intendant Karl-Michael Ebner stellt die Absicherung gegen witterungsbedingte Ausfälle eine wiederkehrende organisatorische und finanzielle Herausforderung dar. Um das finanzielle Risiko abzudecken, stützt sich der Festspielbetrieb auf ein Netzwerk lokaler Sponsoren aus der Industrie, dem Bankensektor und der Versicherungswirtschaft sowie auf öffentliche Fördermittel des Landes Oberösterreich und der Stadt Steyr.
Branchenbeobachter verweisen auf den anhaltenden Trend, etablierte Klassiker des Musiktheaters an prominenten historischen Spielstätten zu inszenieren, um ein breites Publikum anzusprechen. Gleichzeitig steht der Festspielsektor im Sommer in starker Konkurrenz zu zahlreichen anderen Open-Air-Angeboten in der Region. Die Wahl eines populären Stücks mit bekannten Musiktiteln soll die Auslastung der Zuschauerränge sichern. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Kulturveranstaltungen dieser Größenordnung angesichts steigender Produktionskosten und der Abhängigkeit von Sponsorengeldern im ländlichen Raum ein sensibler Faktor.
Das Festival nutzt die Kulisse von Schloss Lamberg, um Synergien zwischen Kulturangebot und regionaler Wertschöpfung zu schaffen. Hotels, Gastronomiebetriebe und der örtliche Einzelhandel profitieren gewöhnlich von den Besucherströmen der Sommerfestspiele. Ob die Produktion von „Hair“ an die Publikumsfolge vorangegangener Jahre anknüpfen kann, wird sich nach dem Abschluss der elfteiligen Vorstellungsserie im August zeigen.