Flagge von Marokko (Foto: Unsplash/Tigmi Moiz).
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Kursänderung bei medizinischem Evakuierungsflug nach Marokkos Landeverweigerung

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Ein spezialisierter Ambulanzflug der Gesellschaft Red Star Aviation musste am 6. Mai 2026 unplanmäßig auf Gran Canaria landen, nachdem die marokkanischen Behörden einen geplanten Tankstopp in Marrakesch untersagt hatten. An Bord des Learjet 45 befanden sich zwei Patienten, die zuvor vom Expeditionsschiff MV Hondius evakuiert worden waren.

Bei beiden Personen wurde eine Infektion mit dem Hantavirus bestätigt. Das Flugzeug mit der Kennung TC-RSD setzte gegen 16:30 Uhr Ortszeit auf der Luftwaffenbasis Gando auf. Die Situation verkomplizierte sich nach der Landung zusätzlich, da ein mitgereister Arzt eine Fehlfunktion am elektrischen Unterstützungssystem eines Patienten meldete, was eine sofortige Versorgung über die Bodenstromversorgung des Flughafens notwendig machte.

Die spanischen Gesundheitsbehörden betonten umgehend, dass von dem Aufenthalt des Flugzeugs und der Patienten keinerlei Gefahr für die öffentliche Gesundheit auf den Kanarischen Inseln ausgehe. Dennoch sorgt der Vorfall für politische Spannungen zwischen der Zentralregierung in Madrid und der Regionalregierung der Kanaren. Hintergrund ist die Diskussion über den weiteren Umgang mit dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius, das nach Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) möglicherweise Teneriffa anlaufen soll. Lokale Behörden äußerten Bedenken hinsichtlich der Kapazitäten und Sicherheitsvorkehrungen bei einer Ankunft des Schiffes, auf dem bereits mehrere Krankheitsfälle dokumentiert wurden.

Zusätzliche Recherchen belegen den Ernst der Lage: Der Ausbruch auf dem Schiff hat bereits drei Todesopfer gefordert, darunter ein deutsches Ehepaar und eine 69-jährige Niederländerin. Letztere war am 25. April 2026 in Johannesburg kurzzeitig an Bord einer KLM-Maschine gegangen, wurde jedoch aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands vom Flug ausgeschlossen und verstarb kurz darauf im Krankenhaus. Experten der Gesundheitsbehörden untersuchen derzeit die Infektionswege an Bord des Schiffes, wobei Hantaviren üblicherweise durch Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren übertragen werden. Die Evakuierung der verbliebenen Patienten nach Europa unterliegt daher strengsten Sicherheitsauflagen und Quarantänebestimmungen.

Für den gestrandeten Ambulanzflug auf Gran Canaria wurde unterdessen eine neue Route festgelegt. Nach der technischen Stabilisierung der medizinischen Geräte oder dem Eintreffen eines Ersatzflugzeugs soll die Reise am Donnerstag über einen Zwischenstopp in Málaga fortgesetzt werden. Zielort ist Amsterdam, wo die Patienten in spezialisierte Kliniken überstellt werden sollen. Der Vorfall verdeutlicht die diplomatischen und logistischen Hürden bei internationalen Krankentransporten hochinfektiöser Patienten, insbesondere wenn Transitgenehmigungen kurzfristig entzogen werden und technische Defekte die medizinische Versorgung gefährden.

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