Die deutsche Charterfluggesellschaft Leav Aviation nimmt Linienverbindungen zwischen dem Flughafen Köln/Bonn und Destinationen in Syrien auf. Seit Kurzem bedient die Fluggesellschaft die Route in die nordsyrische Stadt Aleppo mit zwei wöchentlichen Frequenzen, jeweils montags und samstags.
Darüber hinaus plant das Unternehmen für den 1. September 2026 die Einführung einer weiteren Direktverbindung von Köln/Bonn nach Deir ez-Zor im Osten des Landes, die einmal pro Woche an einem Dienstag bedient werden soll. Für die Abwicklung beider Strecken kommt ein Fluggerät des Typs Airbus A320 zum Einsatz.
Die Aufnahme dieser Routen erfolgt vor dem Hintergrund einer bestehenden Nachfrage durch die in Deutschland lebende syrische Diaspora. Flugverbindungen zwischen westeuropäischen Flughäfen und Syrien waren infolge des langjährigen Konflikts und internationaler Sanktionen über Jahre hinweg weitgehend ausgesetzt oder verfechtet. Die Fluggäste wichen in der Vergangenheit meist auf Umsteigeverbindungen über Drittstaaten in der Golfregion oder der Türkei aus. Direktflüge bieten diesem Personenkreis eine deutlich verkürzte Reisezeit für Verwandtenbesuche und Familienzusammenführungen.
Luftfahrtexperten und Sicherheitsanalysten bewerten die Bedienung von Zielen im syrischen Luftraum jedoch als anspruchsvoll. Trotz einer partiellen Konsolidierung der Sicherheitslage in einzelnen Landesteilen bleiben operative Risiken für den zivilen Flugverkehr bestehen. Die Planung und Durchführung von Flügen in die Region erfordert von den Fluggesellschaften kontinuierliche Risikoanalysen sowie spezielle Genehmigungen der nationalen und internationalen Luftfahrtbehörden. Zudem gestalten sich die organisatorische Abwicklung an den Zielflughäfen sowie die flugbetriebliche Logistik vor Ort komplex.
Der Einsatz der mittelgroßen Passagiermaschinen des Typs Airbus A320 verdeutlicht, dass Leav Aviation auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen für spezialisierte Nischenmärkte setzt. Ob die geplanten Frequenzen nach Aleppo und Deir ez-Zor dauerhaft aufrechterhalten werden können, hängt neben der kommerziellen Auslastung maßgeblich von den sich dynamisch verändernden rahmenorganisatorischen und sicherheitstechnischen Bedingungen in der Zielregion ab.