D328eco (Rendering: Deutsche Aircraft).
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Leipzig: Deutsche Aircraft startet Serienfertigung des Regionalflugzeugs D328eco

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Die deutsche Luftfahrtindustrie verzeichnet einen strukturellen Wandel in ihren Fertigungskapazitäten und den regionalen Produktionsstandorten. Am 29. September 2026 hat der Flugzeugbauer Deutsche Aircraft mit einer feierlichen Banddurchschneidung seine neue Endmontagelinie am Flughafen Leipzig/Halle offiziell in Betrieb genommen.

Mit diesem Schritt vollzieht das Unternehmen den schrittweisen Übergang des Regionalflugzeugprogramms D328eco von der reinen Entwicklungsphase in die industrielle Serienfertigung. Die Neuansiedlung am mitteldeutschen Flughafen ist das Ergebnis einer Großinvestition im dreistelligen Millionenbereich und markiert die Rückkehr einer vollständigen Serienmontage von Passagierflugzeugen nach Deutschland. Die Anlage wurde konzipiert, um dem globalen Bedarf an neuen Regionalflugzeugen in der Klasse von 30 bis 40 Sitzplätzen zu begegnen, einem Segment, das in den letzten Jahren vorrangig von ausländischen Herstellern dominiert wurde.

Infrastruktur, Kapazitäten und die Arbeitsteilung zwischen den Standorten

Das neu errichtete Areal am Flughafen Leipzig/Halle erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 60,500 Quadratmetern. Der Komplex umfasst neben der eigentlichen Fertigungshalle für die Endmontage auch einen Bereich zur Vorbereitung der Flugbereitschaft, ein Logistikzentrum sowie ein Verwaltungsgebäude. Nach Angaben des Herstellers ist die Montagehalle auf eine Ausbringungsmenge von bis zu 48 Flugzeugen pro Jahr ausgelegt. In der Endausbaulufe sollen an diesem Standort rund 250 Arbeitsplätze in der Fertigung, Abnahme und Auslieferung entstehen.

Die Fertigungskette des Unternehmens basiert auf einer Arbeitsteilung zwischen zwei Standorten. Während Leipzig als operatives Zentrum für die Montage, die Bodentests, die Vorbereitung der Flugbereitschaft und die globale Kundenauslieferung dient, bleibt der bayerische Standort Oberpfaffenhofen das Zentrum für Ingenieursleistungen, Systemtests, Flugerprobung und die behördlichen Zertifizierungsaktivitäten. Nach Aussage des Herstellers kommen in der Leipziger Endmontage automatisierte Logistiksysteme, erweiterte Fertigungstechnologien und papierlose Prozesse zum Einsatz. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Durchlaufzeiten im Produktionsprozess zu senken und eine durchgängige Qualitätskontrolle sicherzustellen.

Zeitplan der Fertigung und wirtschaftliche Bedeutung des Programms

Nach der offiziellen Eröffnung des Werks wird der Hochlauf der Anlagen schrittweise durchgeführt. Der Bau des ersten Flugzeugs der D328eco-Reihe in der neuen Montagehalle soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Die reguläre Serienproduktion ist für das Jahr 2028 geplant. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen noch verbleibende Testphasen absolviert und die endgültigen Zulassungen der Behörden eingeholt werden.

Nico Neumann, Geschäftsführer von Deutsche Aircraft, hob anlässlich der Eröffnung hervor, dass die Standorte Oberpfaffenhofen und Leipzig zusammen die vollständige Kette zur Entwicklung, Zertifizierung, Industrialisierung und Fertigung eines Flugzeugs in Deutschland bilden. Erstmals seit mehr mehereren Jahrzehnten seien damit alle Phasen des Lebenszyklus eines Flugzeugs wieder in einem deutschen Programm vereint. Götz Ahmelmann, Vorstandsvorsitzender der Mitteldeutschen Flughafen AG, wies darauf hin, dass der Standort Leipzig/Halle damit über seine bisherige Rolle als reines Fracht- und Passagierdrehkreuz hinauswachse und nun auch als Produktionsstandort für den weltweiten Export diene.

Technologische Merkmale und Positionierung im internationalen Markt

Bei der D328eco handelt es sich um eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Dornier 328, die in den 1990er-Jahren produziert wurde. Der Rumpf wurde gegenüber dem Ursprungsmodell um 2,1 Meter verlängert, was eine Passagierkapazität von bis zu 43 Sitzplätzen ermöglicht. Als Antrieb dienen zwei PW127XT-S-Turboprop-Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney Canada. Das Flugzeug erreicht eine maximale Reisegeschwindigkeit von rund 600 Kilometern pro Stunde und ist für eine Dienstgipfelhöhe von 30,000 Fuß ausgelegt, was ihm eine vergleichsweise hohe Fluggeschwindigkeit und Flexibilität auf regionalen Strecken verleiht.

Das Flugzeug richtet sich an ein Marktsegment, das von Nischenrouten, Zubringerdiensten sowie Flügen zu kleineren Regionalflughäfen geprägt ist. Neben dem Passagiertransport bietet der Hersteller das Muster auch als Plattform für Spezialeinsätze an, darunter Medevac-Transporte, Such- und Rettungsdienste sowie Frachtaufgaben. Durch ein verstärktes Fahrwerk ist die Maschine zudem für den Betrieb auf unbefestigten Start- und Landebahnen ausgelegt.

Industrielle Netzwerke und finanzielle Herausforderungen

Die Herstellung der Baugruppen beruht auf einem internationalen Lieferantennetzwerk. Wesentliche Strukturbauteile werden von Zulieferern gefertigt: So liefert das brasilianische Unternehmen Akaer das vordere Rumpfsegment, während der hintere Rumpf bei Dynamatic Technologies in Indien gefertigt wird. Spanische Partner wie Aernnova steuern die Leitwerke bei. Diese verteilte Wertschöpfungskette bringt jedoch auch logistische Abhängigkeiten mit sich, die während des Produktionshochlaufs präzise gesteuert werden müssen.

Marktbeobachter verweisen darauf, dass der Markteintritt im Regionalflugzeugsegment trotz der eröffneten Halle mit Herausforderungen verbunden bleibt. Die Fertigung von Nischenflugzeugen dieser Größenordnung unterliegt einem strengen Kostendruck. Die wirtschaftliche Rentabilität des Gesamtprogramms wird maßgeblich davon abhängen, ob es dem Unternehmen gelingt, nach Erteilung der behördlichen Typenzertifizierung ausreichend feste Bestellungen von internationalen Fluggesellschaften zu sichern und die geplanten Fertigungsraten von bis zu 48 Einheiten pro Jahr ohne Verzögerungen einzuhalten.

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