Bombardier CRJ-900 (Foto: Paul Spijkers).
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Libyan Airlines kämpft ums Überleben nach schweren Verlusten

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Die libysche Staatsfluggesellschaft Libyan Airlines steht nach Aussage des Gewerkschaftsvorsitzenden Abdelati Al-Arafi vor dem Aus. Ein Großteil der Flotte wurde bei den Kämpfen um den Flughafen Tripolis im Sommer 2014 zerstört, und seitdem habe es kaum Unterstützung durch die wechselnden libyschen Regierungen gegeben. Diese kritische Situation wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich die Luftfahrt im Bürgerkriegsland Libyen gegenübersieht, wo politische Instabilität und Infrastrukturschäden den Betrieb massiv behindern.

Al-Arafi erklärte, daß 19 von ehemals 24 Flugzeugen während der bewaffneten Auseinandersetzungen im Jahre 2014 unbrauchbar gemacht oder zerstört wurden. Trotz dieser angespannten Lage habe die Fluggesellschaft in Tripolis und Bengasi zwischen 300 und 400 neue Mitarbeiter eingestellt. Gleichzeitig seien zahlreiche Beschäftigte über das Rentenalter hinaus weiterhin im Dienst, wie Al-Arafi gegenüber dem Finanzportal Sada Al-Iqtisadiah äußerte. Dies deutet auf eine schwierige Balance zwischen dem Erhalt von Arbeitsplätzen und den operativen Realitäten hin.

Der Gewerkschaftsvorsitzende kritisierte zudem das Ausbleiben von Ausgleichszahlungen für pandemiebedingte Verluste, welche die finanzielle Lage der Airline zusätzlich verschärft hätten. Er warnte davor, daß die wahre Bedeutung von Libyan Airlines oder der Schwestergesellschaft Afriqiyah Airways erst dann erkannt werde, wenn diese ihren Betrieb einstellen müßten. Die Präsenz von staatlichen Fluggesellschaften ist in vielen Ländern ein Symbol für nationale Souveränität und Anbindung an die Welt.

Al-Arafi äußerte außerdem Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Konkurrenz durch private Fluggesellschaften im Land, die er als ausschließlich profitorientiert ansieht und damit als Gefahr für die staatlichen Anbieter. Die libysche Luftfahrtinfrastruktur leidet seit Jahren unter Investitionsmangel und politischen Wirren. Die internationale Luftsicherheitsbehörde EASA hat zudem weitreichende Flugverbote für libysche Airlines im europäischen Luftraum verhängt, was deren internationale Geschäftstätigkeit zusätzlich einschränkt und die wirtschaftliche Situation weiter verschärft.

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