Ein Konsortium oberösterreichischer Unternehmer hat dem Land Oberösterreich Pläne zur Übernahme von 50 Prozent der Anteile des finanziell angeschlagenen Flughafens Linz (LNZ) vorgelegt. Derzeit halten das Land und die Stadt Linz jeweils 50 Prozent der Anteile. Das von Unternehmer Manfred Zorn aus Hofkirchen an der Trattnach initiierte Konsortium strebt an, die Anteile der Stadt Linz zu übernehmen, wobei dies nicht durch einen Kauf, sondern durch eine andere Form der Beteiligung erfolgen soll.
Der Regionalflughafen Linz schreibt seit fünf Jahren rote Zahlen, und die Rücklagen sind nahezu aufgebraucht. Die Situation hat sich durch die kürzliche Einstellung der wichtigen Flugverbindung nach Frankfurt durch die AUA mit Wirkung zum 25. Oktober weiter verschärft, wodurch der Flughafen den Anschluss an ein internationales Großdrehkreuz verlor. Landesrat Markus Achleitner, Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrats, begrüßte die Initiative der Wirtschaft und betonte, dass Politik und Wirtschaft das gemeinsame Ziel verfolgten, den Flughafen Linz für den Frachtverkehr, Export und als Tor zur Welt aufrechtzuerhalten.
Das Land Oberösterreich betrachtet die Wiederherstellung der Direktverbindung nach Frankfurt als unerlässlich für den Wirtschafts- und Exportstandort und will die Strecke daher ausschreiben und anschubfinanzieren. Die notwendige EU-rechtliche Zustimmung für die Finanzierung steht jedoch noch aus. Achleitner sieht auch die oberösterreichische Wirtschaft in der Pflicht, für eine entsprechende Auslastung der Verbindung zu sorgen. Wenn das Unternehmer-Konsortium, wie angekündigt, vier Millionen Euro für den Flughafen lukrieren könne, so seien diese Mittel am besten für den Ankauf von Flugtickets zur Sicherung der Auslastung geeignet. Gespräche über künftige Beteiligungsverhältnisse mit der Stadt Linz sind in Aussicht gestellt, deren Bürgermeister Dietmar Prammer bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert hat.