Die polnische Fluggesellschaft LOT hat ihre Finanzergebnisse vorgelegt. Die staatliche Fluglinie verzeichnete einen Nettogewinn von 350 Millionen Zloty (rund 82 Millionen Euro) bei einem Gesamtumsatz von 10,22 Milliarden Zloty (ca. 2,4 Milliarden Euro).
Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf 422 Millionen Zloty. Parallel zum finanziellen Ergebnis stieg das Passagieraufkommen um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an, sodass die Fluggesellschaft im abgelaufenen Turnus insgesamt 11,7 Millionen Fluggäste beförderte. Die Unternehmensführung führt die Entwicklung auf die Umsetzung des aktuellen mehrjährigen Wachstumsplans zurück, der eine Kombination aus Streckennetzausbau und Budgetdisziplin vorsieht.
Ein zentraler Bestandteil der mittelfristigen Planung ist die Erneuerung der Flugzeugflotte, um ältere Modelle im Regionalbereich zu ersetzen. Im Rahmen einer Branchenmesse vereinbarte die Fluggesellschaft die Beschaffung von 40 Maschinen des Typs Airbus A220, wobei vertragliche Optionen für weitere 44 Flugzeuge dieses Typs gesichert wurden. Die ersten Auslieferungen dieser Regionaljets sind für das Jahr 2027 angekündigt. Für den Kurz- und Mittelstreckenverkehr übernahm die Fluglinie zudem die erste von insgesamt 13 bestellten Maschinen des Typs Boeing 737 MAX 8, deren Zulauf sich fortsetzt. Für den laufenden Turnus ist darüber hinaus die Übernahme von zwei Langstreckenflugzeugen des Typs Boeing 787-8 Dreamliner avisiert.
Das operative Wachstum spiegelte sich auch in der Erschließung neuer Flugverbindungen wider. Die Fluggesellschaft nahm neun Destinationen neu in den Flugplan auf, darunter Direktverbindungen von Warschau nach Lissabon, Reykjavik, Marrakesch und Rovaniemi. Neben dem zentralen Drehkreuz in der polnischen Hauptstadt wurden auch Regionalflughäfen wie Krakau und Radom mit neuen Strecken nach Paris beziehungsweise Barcelona angebunden. Für die nähere Zukunft angekündigte Linienrechte umfassen 15 weitere Routen, womit die Marktpräsenz in Ost- und Mitteleuropa gefestigt werden soll. Flankiert wurden die Betriebszahlen durch externe Bewertungen, darunter eine Vier-Sterne-Klassifizierung durch die Ratingagentur Skytrax.
Branchenanalysten betonen, dass der Übergang zu einer gemischten Flottenstruktur aus Boeing- und Airbus-Flugzeugen erhebliche Anforderungen an die betriebliche Logistik stellt. Die parallele Wartung und das Training des Personals für unterschiedliche Herstellertypen erhöhen die Fixkosten im Flugbetrieb im Vergleich zu reinen Einheitsflotten. Zudem agiert LOT in einem Marktumfeld, das in Osteuropa durch den intensiven Wettbewerb mit etablierten Billigfluggesellschaften geprägt ist. Ob die ambitionierten Wachstumsziele und die Refinanzierung der milliardenschweren Flugzeugbestellungen bei einer Abschwächung der allgemeinen Konjunktur ohne staatliche Unterstützung tragfähig bleiben, ist in der Luftfahrtindustrie Gegenstand differenzierter Diskussionen.