Passagiere an einem Gate (Foto: Unspalsh/Chuttersnap).
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Luftfahrt- und Technologiekonzerne fordern flexible EU-Regeln für Biometrie an Flughäfen

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Eine Allianz aus Luftfahrtverbänden und Technologieunternehmen, darunter ACI Europe, Amadeus, IATA, Idemia Public Security und Sita, hat sich zur „Responsible Biometrics Travel Industry Coalition“ zusammengeschlossen.

Mit der Veröffentlichung eines gemeinsamen Manifests fordert der Zusammenschluss die Europäischen Union dazu auf, im Rahmen des geplanten Gesetzespakets „Digital Omnibus“ verlässliche und technologieneutrale Rahmenbedingungen für den Einsatz biometrischer Verfahren im Flugverkehr zu schaffen. Die Branchenvertreter warnen davor, dass bürokratische Auflagen die freiwillige Nutzung von Gesichtserkennung und Identitätsprüfungen an Terminalzugängen oder Boarding-Gates erschweren könnten.

Ziel der Brancheninitiative ist eine stärkere Automatisierung der Abfertigungsprozesse an europäischen Flughäfen, um Passagierströme bei steigendem Aufkommen effizienter zu steuern und bestehende Infrastrukturen besser auszulasten. Die Befürworter verweisen auf Befragungen des Flugverbandes IATA, wonach rund 74 Prozent der Reisenden bereit wären, biometrische Daten zugunsten schnellerer Kontrollen bereitzustellen. Gleichzeitig betont die Allianz, dass die Nutzung biometrischer Systeme stets auf freiwilliger Basis erfolgen müsse. Den Passagieren sollen weiterhin herkömmliche, nicht-biometrische Prüfverfahren offenstehen sowie Kontrollrechte über die Löschung ihrer Daten gewährt werden.

Bürgerrechtsorganisationen und Datenschutzexperten bewerten den Vorstoß der Industrie hingegen zurückhaltend und verweisen auf bestehende Risiken. Kritiker warnen vor einer schrittweisen Normalisierung der Erfassung sensibler biometrischer Merkmale im öffentlichen Raum, die mittelfristig den Druck auf Reisende erhöhen könnte, entsprechende Systeme trotz formaler Wahlfreiheit zu nutzen. Zudem verweisen Verbraucherschützer auf verbleibende Sicherheitsrisiken bezüglich der Speicherung und Verarbeitung digitaler Identitätsdaten bei grenzüberschreitenden Flugbewegungen. Das geplante Regulierungsvorhaben der Europäischen Kommission steht somit vor der Aufgabe, die Interessen der Luftfahrtbranche an schnellen Abfertigungszeiten mit den Vorgaben des europäischen Datenschutzrechts abzuwägen.

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