Die Frachttochter der Lufthansa hat am Flughafen Frankfurt einen wichtigen Schritt zur Automatisierung ihrer Bodenlogistik vollzogen. Im zentralen Cargo Center Frankfurt wurde der reguläre Linienbetrieb von fahrerlosen Schleppern des Herstellers Tracteasy aufgenommen. Diese autonomen Fahrzeuge verkehren bereits seit November 2025 im 24-Stunden-Betrieb zwischen den Import- und Exportterminals des Logistikdrehkreuzes. Nach Angaben des Unternehmens legen die Einheiten pro Monat eine Strecke von rund 2.000 Kilometern zurück. Der Einsatz zielt darauf ab, die internen Warenströme zu verstetigen und die Abhängigkeit von manuellem Personal in der Bodenabfertigung zu reduzieren.
Die eingesetzten Fahrzeuge vom Typ „EzTow“ sind das Ergebnis einer technologischen Kooperation zwischen dem französischen Spezialisten EasyMile und dem Industriekonzern TLD. Die Schlepper sind mit einer Kombination aus LiDAR-Sensoren, Kameras und GPS-Technologie ausgestattet, die es ihnen ermöglicht, sich sicher in der komplexen Umgebung des Frankfurter Flughafens zu bewegen. Dabei müssen die Systeme sowohl statische Hindernisse als auch den dichten Verkehr anderer Bodenabfertigungsgeräte berücksichtigen. Lufthansa Cargo nutzt die autonomen Einheiten primär für den Transport von Standard-Ladeeinheiten (Unit Load Devices, ULDs), was die Effizienz der Schnittstellen zwischen den verschiedenen Hallenbereichen erhöht.
Zusätzliche Branchenanalysen verdeutlichen, dass der Einsatz am Standort Frankfurt Teil einer umfassenderen Digitalisierungsstrategie der Lufthansa-Gruppe ist. Ähnliche autonome Systeme wurden bereits in Pilotprojekten an anderen großen Hubs wie Paris-Charles-de-Gaulle oder dem Flughafen Schiphol getestet, wobei Frankfurt nun als einer der ersten Standorte den Übergang in den vollumfänglichen Linienbetrieb vollzieht. Die Automatisierung der „Last Mile“ innerhalb des Flughafengeländes gilt als entscheidend, um die Durchlaufzeiten für Frachtsendungen zu verkürzen. Die technische Zuverlässigkeit der Tracteasy-Schlepper wurde zuvor in umfangreichen Testphasen unter verschiedenen Witterungsbedingungen nachgewiesen, um eine konstante Verfügbarkeit im Schichtbetrieb sicherzustellen.
Wirtschaftlich betrachtet reagiert Lufthansa Cargo mit dieser Investition auf den anhaltenden Fachkräftemangel im Logistiksektor und die steigenden Anforderungen an die Prozessgeschwindigkeit im globalen Luftfrachtgeschäft. Durch den Wegfall manueller Fahrten können Mitarbeiter für komplexere Aufgaben in der Frachtprüfung oder der Ladungsplanung eingesetzt werden. Das Projekt wird engmaschig von der Fraport AG begleitet, da die Integration autonomer Fahrzeuge in die bestehende Flughafeninfrastruktur hohe Anforderungen an die Verkehrsregeln auf dem Vorfeld stellt. In Zukunft ist eine Ausweitung der autonomen Flotte geplant, um weitere Lagerstandorte auf dem Flughafengelände nahtlos an das Hauptterminal anzubinden.