Lufthansa Cargo am Flughafen Frankfurt am Main (Foto: Jan Gruber).
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Lufthansa Cargo nimmt ersten Bauabschnitt von LCCevo in Betrieb

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Die Frachttochter der Deutschen Lufthansa AG hat am Flughafen Frankfurt den ersten Abschnitt ihres umfassenden Modernisierungsprojekts „LCCevo“ für den regulären Betrieb freigegeben. Mit dem Abschluss dieser ersten Phase, intern als Bauphase Alpha bezeichnet, wurde ein Kernstück der Infrastrukturerneuerung fertiggestellt.

Das Bauvorhaben wird bei laufendem 24-Stunden-Betrieb auf einer Fläche von rund 80.000 Quadratmetern umgesetzt. Das gesamte Investitionsvolumen für die bis zum Jahr 2030 angesetzte Erneuerung des Frachtdrehkreuzes beziffert das Unternehmen auf rund 600 Millionen Euro.

Das technische Zentrum des modernisierten Bereichs bildet ein neues, etwa 42 Meter hohes automatisiertes Hochregallager, das Platz für knapp 3.000 Frachtpaletten bietet. Hinzu kommt ein ebenfalls automatisiertes Lager für temperatursensible Güter und Spezialfracht. Nach Angaben des Unternehmens sollen die neuen Fördersysteme den Materialfluss beschleunigen und im Hochregallager rund 300 Ein- und Auslagerungsprozesse pro Stunde ermöglichen. Das Projekt wird vom hessischen Wirtschaftsministerium sowie vom Bundesverkehrsministerium als Infrastrukturmaßnahme für den Logistikstandort Deutschland eingestuft, da Lufthansa Cargo etwa die Hälfte des gesamten Luftfrachtaufkommens am Frankfurter Flughafen abwickelt.

Branchenexperten betrachten das Großprojekt allerdings auch vor dem Hintergrund eines verschärften internationalen Wettbewerbs und erheblicher logistischer Risiken. Die Modernisierung des bestehenden Lufthansa Cargo Centers im laufenden Betrieb gilt bautechnisch als komplex und fehleranfällig. In der Vergangenheit kam es bei IT-Umstellungen und Automatisierungsprojekten im Logistiksektor wiederholt zu zeitweisen Abfertigungsverzögerungen. Zudem steht die Frachtgesellschaft unter Druck, die Effizienz im Vergleich zu rasch wachsenden Konkurrenten aus dem Nahen Osten und Asien zu steigern, die oft über neuere und großflächigere Terminalstrukturen an ihren Heimatdrehkreuzen verfügen.

Auf die Bauphase Alpha sollen in den kommenden Jahren die Abschnitte Bravo und Charlie folgen. Das Logistikkonzept sieht vor, die Abfertigungskapazitäten schrittweise an die veränderten globalen Warenströme, insbesondere im Bereich von Pharmaprodukten und Elektronikkomponenten, anzupassen. Ob der geplante Fertigstellungstermin im Jahr 2030 ohne größere Beeinträchtigungen des täglichen Frachtverkehrs eingehalten werden kann, hängt maßgeblich von der fehlerfreien Integration der neuen Softwaresteuerungen in das bestehende IT-Netzwerk der Fluggesellschaft ab.

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