Die neu gegründete Tochtergesellschaft der Lufthansa-Gruppe, Lufthansa City Airlines, hat den Beginn der Endmontage ihres ersten Airbus A220-300 bekannt gegeben. Das Flugzeug mit der Werknummer 55501 und der künftigen Kennzeichnung D-ACAA befindet sich derzeit auf dem Fertigungsgelände von Airbus Canada in Mirabel bei Montreal.
Dort werden gegenwärtig die einzelnen Rumpfsektionen zusammengefügt. Die Auslieferung der Maschine an das deutsche Unternehmen ist für November 2026 vorgesehen. Nach der Übergabe soll der Jet im Zubringerverkehr an den Drehkreuzen Frankfurt und München eingesetzt werden.
Der Airbus A220-300 bildet den Grundpfeiler für den langfristigen Ausbau von Lufthansa City Airlines, die im Sommer 2024 ihren Flugbetrieb aufgenommen hat. Der Mutterkonzern hatte Ende 2023 insgesamt 40 Maschinen dieses Typs fest bestellt und sich Kaufoptionen für weitere 20 Exemplare gesichert. Die Flugzeuge werden mit der sogenannten Europe Cabin ausgestattet, die einheitliche Kabinenstandards innerhalb der Lufthansa-Gruppe gewährleisten soll. Bis zur schrittweisen Auslieferung der fabrikneuen Maschinen griff die Airline auf geleaste Airbus A319 sowie A320neo aus dem Flottenbestand der Konzernmutter zurück.
Der Aufbau der neuen Fluggesellschaft erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender tarifpolitischer Auseinandersetzungen innerhalb des Konzerns. Lufthansa etablierte City Airlines, um die Personalkosten im Regional- und Zubringerverkehr im Vergleich zur Kernmarke und der auslaufenden CityLine zu senken. Gewerkschaften kritisierten den Schritt wiederholt als Instrument zur Umgehung bestehender Tarifverträge und zur Absenkung von Gehaltsstrukturen. Zudem steht das Unternehmen vor der Aufgabe, die neuen Kapazitäten in einem von Personalengpässen und Lieferkettenproblemen geprägten Marktumfeld pünktlich in den Flugbetrieb zu integrieren.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die pünktliche Bereitstellung des Fluggeräts durch Airbus kritisch für den Flugplan des kommenden Winters ist. Triebwerksüberholungen und Verzögerungen in den weltweiten Lieferketten hatten die Auslieferung von A220-Modellen bei anderen Fluggesellschaften in der Vergangenheit mehrfach verzögert. Die Einflottung der D-ACAA gilt daher als operativer Testlauf für den flächendeckenden Rollout der neuen Teilflotte in den kommenden Jahren.