Die im Jahr 2024 gegründete Lufthansa-Tochtergesellschaft Lufthansa City Airlines steht vor dem Beginn der Flottenerneuerung im europäischen Zubringerverkehr. Im November 2026 soll das erste Flugzeug vom Typ Airbus A220-300 im Airbus-Werk im kanadischen Mirabel übernommen werden.
Das Flugzeug mit der Seriennummer 55501 und dem vorgesehenen Kennzeichen D-ACAA bildet den Auftakt einer Festbestellung über 40 Maschinen dieses Typs, für die zudem Kaufoptionen auf weitere 20 Einheiten bestehen. Nach der Übernahme und anschließenden betrieblichen Integrationsmaßnahmen soll die Maschine am 5. Januar 2027 ab dem Drehkreuz Frankfurt den kommerziellen Liniendienst aufnehmen.
Das Flugzeugmuster bildet ein zentrales Element in der Kapazitäts- und Kostenstruktur der Fluggesellschaft im Zubringernetz der Drehkreuze Frankfurt und München. Die Kabine der neuen A220-300 ist mit 148 Sitzplätzen konfiguriert und wird von Pratt-&-Whitney-Triebwerken des Typs PW1500G angetrieben. Innerhalb des Lufthansa-Konzerns dient der A220-300 dem schrittweisen Ersatz älterer Airbus A319 sowie der Schließung der Kapazitätslücke zwischen kleineren Regionalflugzeugen und den größeren Mustern der Airbus-A320neo-Familie. Die Vorbereitung des fliegenden Personals erfolgt unter anderem in Kooperation mit der Fluggesellschaft airBaltic, bei der Piloten der Lufthansa-Tochter seit Mai Schulungsprogramme absolvieren.
Die Etablierung des A220-300 bei Lufthansa City Airlines erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Diskussionen um die Tarif- und Personalstrukturen innerhalb der Lufthansa Group. Durch den Aufbau der Tochtergesellschaft versucht der Mutterkonzern, die Betriebskosten im Kurz- und Mittelstreckensegment zu senken und die Zubringerflüge zu den Interkontinentalverbindungen wirtschaftlicher aufzustellen. Der Einsatz der A220 ermöglicht eine präzisere Kapazitätsanpassung auf schwächer nachgefragten Europastrecken, ohne die Frequenzen an den Hauptdrehkreuzen zu reduzieren.