Die Lufthansa Group hat nach einem erfolgreichen Sommer ihre Finanzprognose für das Gesamtjahr 2025 bestätigt. Trotz eines volatilen Marktumfelds und globaler Unsicherheiten erzielte der Konzern im dritten Quartal des Jahres einen operativen Gewinn (adjusted ebit) von 1,3 Milliarden Euro, was dem Rekordniveau des Vorjahres entspricht. Mit einem Quartalsumsatz von 11,2 Milliarden Euro verzeichnete die Lufthansa Group das umsatzstärkste Quartal ihrer Unternehmensgeschichte. Das kumulierte operative Ergebnis (adjusted ebit) der ersten neun Monate liegt mit 1,5 Milliarden Euro bereits 300 Millionen Euro über dem Vorjahr, was eine deutliche Steigerung des Gesamtergebnisses für 2025 in Aussicht stellt.
Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr hob die operativen Erfolge hervor: „Der operativ beste Sommer des letzten Jahrzehnts liegt hinter uns – mit einer Regelmäßigkeit von über 99 Prozent und einer zweistellig verbesserten Pünktlichkeit.“ Die Stabilisierung des Flugbetriebs, strikte Kostenkontrolle im Rahmen des Lufthansa Airlines Turnaround-Programms und eine weiterhin robuste Nachfrage im Premiumsegment sind die zentralen Treiber dieser positiven Entwicklung. Gleichzeitig äußerte Spohr Besorgnis über die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland, die sich in einer Halbierung der innerdeutschen Flüge seit 2019 aufgrund der regulatorischen Kosten niederschlägt.
Finanzielle Kennzahlen im Detail: Starke Bilanzentwicklung
Der Konzern konnte den Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent von 10,7 Milliarden Euro auf 11,2 Milliarden Euro steigern. Die operative Marge belief sich auf 11,9 Prozent (Vorjahr: 12,5 Prozent). Das Konzernergebnis im dritten Quartal sank auf 1,0 Milliarden Euro und lag damit 12 Prozent unter dem Vorjahresniveau, verbesserte sich jedoch in den ersten neun Monaten des Jahres deutlich auf rund 1,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 830 Millionen Euro).
Besonders positiv entwickelte sich der Adjusted Free Cashflow, der sich in den ersten neun Monaten mit 1,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr (1,0 Milliarden Euro) fast verdoppelte. Dies ist auf das verbesserte operative Ergebnis, Steuerrückzahlungen und ein geringeres Investitionsvolumen zurückzuführen, das unter anderem durch verzögerte Flugzeugauslieferungen begünstigt wurde.
Die Finanzlage des Konzerns festigte sich weiter: Die Nettokreditverschuldung reduzierte sich auf 5,1 Milliarden Euro (gegenüber 5,7 Milliarden Euro Ende 2024). Die verfügbare Liquidität stieg auf komfortable 11,9 Milliarden Euro. Finanzvorstand Till Streichert unterstrich die Zuversicht: „Trotz eines schwachen Nachfrageumfelds im dritten Quartal haben wir es geschafft, Kurs zu halten, so dass wir heute unsere Ganzjahresprognose erneut bestätigen können.“
Passagier-Airlines: Stabile Leistung und verbesserte Operationen
Die Passagier-Airlines der Lufthansa Group verzeichneten in den ersten neun Monaten eine deutliche Ergebnisverbesserung. Der Umsatz stieg auf 23 Milliarden Euro, und das Adjusted EBIT verbesserte sich deutlich auf 914 Millionen Euro (Vorjahr: 825 Millionen Euro). Im dritten Quartal beförderten die Airlines rund 42 Millionen Fluggäste (Vorjahr: 40 Millionen). Trotz einer Kapazitätserhöhung um drei Prozent konnte die Auslastung leicht auf 87,5 Prozent gesteigert werden.
Die operative Stabilisierung war ein Schlüsselfaktor für den finanziellen Erfolg. Die Pünktlichkeit verbesserte sich um 10 Prozentpunkte, und die Flugplanregelmäßigkeit lag bei herausragenden 99 Prozent. Diese Zuverlässigkeit führte zu einer Reduktion der finanziellen Belastungen in Folge von Flugunregelmäßigkeiten um mehr als 200 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.
Die Stückerlöse (rask) der Passagier-Airlines sanken jedoch um 2,2 Prozent, was auf ein stärkeres Wettbewerbsumfeld im Kontinentalgeschäft und eine temporäre Nachfrageabschwächung auf der Nordatlantik-Route zurückzuführen war. Demgegenüber konnte der Anstieg der Stückkosten (cask) ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen auf nur 0,5 Prozent begrenzt werden. Dies gelang durch strikte Kostendisziplin und erste Erfolge des Turnaround-Programms der Lufthansa Airlines, dessen Maßnahmen den Stückkostenanstieg um 1,4 Prozentpunkte reduzierten. Niedrigere Treibstoffkosten, unterstützt durch einen schwachen US-Dollarkurs, lieferten zusätzliche Entlastung.
Geschäftsbereiche: Cargo legt zu, Technik durch Zölle belastet
Die unterschiedlichen Entwicklungen in den Geschäftsbereichen des Konzerns zeigen ein gemischtes Bild:
- Lufthansa Cargo setzte ihren positiven Trend fort und steigerte den operativen Gewinn im dritten Quartal auf 49 Millionen Euro (Vorjahr: 38 Millionen Euro). Das Ergebnis spiegelt eine solide Marktnachfrage, gesteigerte Volumina und die konsequente Ausrichtung auf wettbewerbsfähiges Wachstum wider.
- Lufthansa Technik musste trotz anhaltend starker Nachfrage und wachsender Umsätze einen Rückgang des operativen Ergebnisses auf 130 Millionen Euro (Vorjahr: 161 Millionen Euro) verzeichnen. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf Zölle und negative Wechselkurseffekte zurückzuführen. Das Unternehmen treibt Initiativen zur Abschwächung dieser negativen Auswirkungen konsequent voran.
Der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr betonte, dass neben den finanziellen und operativen Erfolgen auch die Mitarbeiterzufriedenheit konzernweit neue Bestwerte erreicht habe. Der Engagement-Index der jährlichen Mitarbeiterbefragung erreichte mit 3,9 den höchsten Stand seit zehn Jahren, was die positiven Veränderungen im Arbeitsumfeld des Jahres 2025 untermauert.
Ausblick: Stabiles Premiumsegment und künftiger Fokus
Die Lufthansa Group blickt optimistisch auf das vierte Quartal. Die Vorausbuchungen zeigen ein stabilisiertes Nachfrageumfeld in allen Verkehrsregionen, wobei Auslastung und Durchschnittserlöse ungefähr auf Vorjahresniveau liegen. Insbesondere in den wichtigen Verkehrsregionen Nordatlantik und Europa ist eine weitere Stabilisierung zu beobachten. Die Nachfrage im Premiumsegment bleibt unverändert hoch.
Für das Gesamtjahr 2025 bestätigt der Konzern die Prognose eines signifikant über dem Vorjahr liegenden operativen Ergebnisses (Adjusted EBIT), basierend auf einem Kapazitätswachstum von rund vier Prozent (Vorjahr: 1,6 Milliarden Euro). Der Adjusted Free Cashflow wird weiterhin auf Vorjahresniveau (840 Millionen Euro) erwartet.
Mit Blick auf das kommende Jahr 2026 kündigte Finanzvorstand Streichert an, dass dieses im Zeichen von diszipliniertem Kapazitätswachstum stehen werde, mit einem klaren Fokus auf dem Langstreckengeschäft. Zudem steht die konsequente Umsetzung des Lufthansa Turnaround-Programms weiterhin ganz oben auf der Agenda, um die Effizienz der Airlines weiter zu steigern und die Wettbewerbsposition zu festigen. Die Gruppe setzt dabei auf die lange erwarteten Flugzeugauslieferungen, umfangreiche Produktverbesserungen auf den Langstreckenflotten sowie digitale Innovationen und aufgewertete Services.