Airbus A330 (Foto: Flughafen München GmbH).
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Lufthansa Group vor strategischer Flottenentscheidung: Discover Airlines erhält neue Langstreckenflugzeuge

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Die Lufthansa Group steht vor einer wichtigen strategischen Entscheidung, die die Zukunft ihrer Ferienflug-Tochter Discover Airlines prägen wird. Konzernchef Carsten Spohr kündigte bei der Präsentation der Quartalszahlen an, daß in Kürze eine Entscheidung über neue Langstreckenflugzeuge für die Fluggesellschaft fallen wird.

Die neuen Widebody-Jets sollen die drei veralteten Airbus A330-200 der Discover Airlines ersetzen und die Flotte modernisieren. Die Ankündigung ist Teil der umfassenden Modernisierungsstrategie des Lufthansa-Konzerns, die darauf abzielt, die Effizienz zu steigern und die Position im wachsenden Markt der Urlaubsflüge zu festigen. Die Entscheidung für einen neuen Flugzeugtyp wird die operative Ausrichtung der Discover Airlines für die kommenden Jahre maßgeblich beeinflussen.

Discover Airlines: Wachstum und Flottenmodernisierung im Fokus

Die Discover Airlines, die im Sommer 2021 unter dem Namen Eurowings Discover an den Start ging, hat sich als wichtiger Akteur im Ferienfluggeschäft der Lufthansa Group etabliert. Die Fluggesellschaft spezialisiert sich auf Langstreckenflüge von den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München zu beliebten Urlaubsdestinationen weltweit. Aktuell betreibt die Airline eine Flotte von insgesamt 30 Flugzeugen, darunter 14 Airbus A330 (drei A330-200 und elf A330-300) und 16 A320.

Nach den Aussagen von Carsten Spohr arbeitet Discover Airlines profitabel, auch wenn die Geschäftszahlen in den Konzernzahlen konsolidiert werden. Dieses positive Ergebnis untermauert die strategische Wichtigkeit der Tochtergesellschaft für die Lufthansa Group. Der Konzernchef bestätigte, daß die Fluggesellschaft sowohl von Frankfurt als auch von München aus expandiert und bis zum Jahre 2027 eine Flotte von bis zu 33 Flugzeugen anstrebt.

Ein zentraler Bestandteil dieser Wachstumsstrategie ist die geplante Modernisierung der Langstreckenflotte. Die drei A330-200, die derzeit vor allem für die längsten Flüge eingesetzt werden, sollen bis zum Jahre 2026 ausgemustert und durch moderne Widebody-Jets ersetzt werden. Früheren Berichten zufolge ist geplant, diese Maschinen bis Mitte 2027 durch sechs A330-300 zu ersetzen. Gleichzeitig plant die Fluggesellschaft, ihre Kurz- und Mittelstreckenflotte weiter auszubauen, mit mindestens drei weiteren Airbus A320 ab dem Jahr 2025. Diese Flottenverjüngung ist entscheidend, um im hart umkämpften Ferienflugmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Herausforderungen der Modernisierung: Lieferengpässe und Interimslösungen

Obwohl die Lufthansa Group ihre Flottenmodernisierung mit Nachdruck vorantreibt, bleibt der Konzern von globalen Lieferengpässen nicht verschont. Konzernchef Spohr bezeichnete das Jahr 2025 erneut als ein „Übergangsjahr aufgrund verspäteter Flugzeuge“. Trotz dieser Herausforderungen rechnet er ab dem Jahre 2026 mit spürbaren Verbesserungen bei den Auslieferungen der Flugzeughersteller. Die Engpässe in den Lieferketten dürften jedoch seiner Einschätzung nach bis zum Ende des Jahrzehnts bestehen bleiben. Diese Situation zwingt die Fluggesellschaften zu kreativen Interimslösungen.

Ein Beispiel dafür ist die aktuelle Situation bei Discover Airlines. Aufgrund von Wartungsverzögerungen an den eigenen A330 in Jordanien hat die Fluggesellschaft bis zum 17. August eine A340-300 von Lufthansa geleast, die auf der Langstreckenroute von Frankfurt nach Philadelphia zum Einsatz kommt. Solche Maßnahmen sind notwendig, um den Flugplan aufrechtzuerhalten und die Kundenzufriedenheit zu gewährleisten.

Die Entscheidung über die neuen Langstreckenflugzeuge für Discover Airlines ist auch ein Indiz für die enge Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns. Lufthansa, Austrian, Swiss, Brussels Airlines und Discover Airlines agieren zunehmend als ein zusammenhängendes Netzwerk, das die Kapazitäten der einzelnen Fluggesellschaften optimal nutzt.

Der breitere Kontext: Die Modernisierungsstrategie der Lufthansa Group

Die anstehende Flottenentscheidung für Discover Airlines ist Teil einer umfassenderen Modernisierungsstrategie der gesamten Lufthansa Group. Konzernchef Spohr gab bekannt, daß der Konzern bis Ende 2026 insgesamt 63 neue Flugzeuge erhalten soll. Ab 2026 soll die Lufthansa Group „fast wöchentlich“ ein neues Flugzeug in Empfang nehmen.

Diese Flottenverjüngung dient nicht nur der Effizienzsteigerung, sondern ist auch ein Mittel, um sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu behaupten. Neue Flugzeuge sind in der Regel treibstoffeffizienter und bieten einen höheren Passagierkomfort, was sich positiv auf die Betriebskosten und die Kundenbindung auswirkt. Die Entscheidung für einen neuen Flugzeugtyp für Discover Airlines könnte daher auch im Kontext der gesamten Konzernstrategie zu sehen sein, die Flotten zu standardisieren und die Synergien zwischen den einzelnen Fluggesellschaften zu nutzen. Die Lufthansa Group hat sich bereits in der Vergangenheit für eine homogene Flotte entschieden, um Kosten bei Wartung, Schulung und Betrieb zu sparen.

Die anstehende Entscheidung wird voraussichtlich zwischen Flugzeugen von Airbus und Boeing fallen, den beiden größten Flugzeugherstellern weltweit. Je nachdem, welches Modell gewählt wird, könnte dies die operative Ausrichtung der Discover Airlines für die nächsten Jahrzehnte bestimmen.

Auf dem Weg zu einer zukunftssicheren Flotte

Die Ankündigung von Carsten Spohr, in Kürze über neue Langstreckenflugzeuge für Discover Airlines zu entscheiden, markiert einen entscheidenden Moment für die Fluggesellschaft und den gesamten Lufthansa-Konzern. Die geplante Ausmusterung der A330-200 und der Einsatz moderner Widebody-Jets ist ein wichtiger Schritt zur Modernisierung der Flotte und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Trotz anhaltender Lieferengpässe scheint der Konzern auf einem guten Weg zu sein, seine Flotte zu verjüngen und seine Position im Markt zu festigen. Die strategische Stärkung der Discover Airlines als profitables Tochterunternehmen unterstreicht die Bedeutung des Ferienfluggeschäfts für die Lufthansa Group. Die kommende Entscheidung wird daher mit Spannung erwartet und wird zeigen, wie die Lufthansa Group ihre Flottenstrategie in Zukunft gestalten wird.

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