Die kanadische Low-Cost-Fluggesellschaft Flair Airlines und die Lufthansa Technik AG haben eine langfristige Exklusivvereinbarung mit einer Laufzeit von 15 Jahren unterzeichnet.
Der Vertrag umfasst die technische Betreuung und Wartung der LEAP-1B-Triebwerke für die gesamte Flotte des Betreibers, die aktuell 18 Maschinen des Typs Boeing 737 Max 8 umfasst. Neben den rein mechanischen Instandhaltungsleistungen beinhaltet die Abmachung die Einbindung digitaler Analysetools aus dem Tech Ops Ecosystem von Lufthansa Technik. Der kanadische Billigflieger ist damit der zweite Großkunde für den neu aufgebauten Wartungsstandort von Lufthansa Technik Canada in Calgary.
Die Erbringung der Triebwerksdienstleistungen erfolgt primär am kanadischen Standort in Calgary und wird bei größeren Instandsetzungsereignissen durch Standorte des globalen Netzwerks in Hamburg sowie im polnischen Wrocław ergänzt. Zur Optimierung der Wartungsintervalle nutzt Flair Airlines künftig Softwarelösungen wie AVIATAR Condition Monitoring, das elektronische Logbuch AMOS von Swiss AviationSoftware sowie die Digitalplattform flydocs. Ziel der datengestützten Flottenüberwachung ist die Reduzierung ungeplanter Bodenzeiten sowie der Erhalt des Asset-Wertes über den gesamten Lebenszyklus der Flugzeuge.
Mit dem Großauftrag baut Lufthansa Technik ihre Präsenz auf dem nordamerikanischen Kontinent weiter aus. Die im Februar 2025 angekündigte Tochtergesellschaft in Calgary beschäftigt derzeit über 80 Mitarbeiter in einer Interims-Werkstatt. Der Baubeginn für eine dedizierte Triebwerkswerkstatt am Flughafen Calgary ist erfolgt; die Fertigstellung beinhaltet auch den ersten Prüfstand für Triebwerke der neuesten Generation in Kanada. Über die 15-jährige Vertragslaufzeit hinweg sind allein für die Flotte von Flair Airlines mehr als 100 umfassende Triebwerksüberholungen an dem Standort eingeplant.
Luftfahrtanalysten verweisen darauf, dass die langfristige Festlegung auf einen externen Instandhaltungspartner für Billigflieger wie Flair Airlines wichtig ist, um die operativen Risiken bei Triebwerken der neuen Generation zu minimieren. Der Flugzeugtyp Boeing 737 Max und die verbauten LEAP-1B-Triebwerke erfordern aufgrund hoher Auslastung im Punkt-zu-Punkt-Verkehr eine enge Überwachung der Instandhaltungszyklen. Für Lufthansa Technik stellt der Vertrag eine Absicherung der Kapazitätsauslastung des neuen Standorts in Alberta dar, verlangt jedoch auch die termingerechte Bereitstellung der Werkskapazitäten trotz bestehender Engpässe in den globalen Lieferketten.