Die Deutsche Lufthansa AG blickt trotz eines operativen Verlustes im ersten Quartal 2025 optimistisch in die Zukunft. Der Konzern konnte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 8,1 Milliarden Euro steigern, wie aus dem am heutigen Tage veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht. Diese positive Entwicklung wird von einer anhaltend starken globalen Nachfrage nach Flugreisen getragen.
Obwohl die Lufthansa Group im ersten Quartal einen operativen Verlust (Adjusted EBIT) von 722 Millionen Euro verzeichnete, stellt dies eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von -849 Millionen Euro dar. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich ebenfalls von -11,5 Prozent auf -8,9 Prozent. Das Konzernergebnis sank indes auf -885 Millionen Euro (Vorjahr: -734 Millionen Euro). Finanzvorstand Till Streichert betonte, dass man planmäßige Fortschritte bei internen Programmen mache, um die Ergebnissituation nachhaltig zu verbessern.
Flugbetrieb mit starkem Jahresauftakt und erhöhter Stabilität
Besonders erfreulich entwickelte sich der Flugbetrieb der Lufthansa-Kerngesellschaft, der den besten betrieblichen Jahresstart seit zehn Jahren verzeichnete. Trotz einer Ausweitung des Angebots um fast fünf Prozent sank die Auslastung leicht auf 78,7 Prozent. Dank eines moderaten Wachstums im Vergleich zu den Vorjahren konnte die operative Stabilität und Pünktlichkeit der Passagier-Airlines signifikant gesteigert werden. Am Drehkreuz Frankfurt mussten im ersten Quartal 20.000 Hotelbetten weniger für gestrandete Passagiere gebucht werden als im Vorjahreszeitraum. Die direkten Kompensationszahlungen für Flugverspätungen und -ausfälle sanken konzernweit um beachtliche 52 Prozent auf 47 Millionen Euro.
Während der Umsatz der Passagier-Airlines um sechs Prozent auf 5,9 Milliarden Euro stieg, verzeichnete das operative Ergebnis einen leichten Rückgang auf -934 Millionen Euro (Vorjahr: -918 Millionen Euro). Dieser Rückgang ist primär auf allgemeine Kostensteigerungen zurückzuführen, insbesondere bei Gebühren von Systempartnern wie Flugsicherungen und Flughäfen sowie einer hohen Kosteninflation bei Wartungsleistungen. Zudem wirkte sich die saisonale Verschiebung der Osterreisezeit, die im Vorjahr in das erste Quartal fiel, negativ auf die Ergebnisentwicklung aus. Ohne diesen Effekt hätten die Passagier-Airlines ihr Vorjahresergebnis deutlich übertroffen.
Eine besonders positive Entwicklung zeigte sich auf der Nordatlantikroute. Hier stieg die Passagierzahl um 7,1 Prozent, die Auslastung übertraf den Vorjahreswert, und die Durchschnittserlöse legten um 6,7 Prozent zu. Die Nachfrage aus den Vereinigten Staaten nach Europa zeigte im März eine besonders starke Dynamik mit einem Passagierwachstum von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo mit Rekordergebnissen
Die Tochtergesellschaft Lufthansa Technik erzielte im ersten Quartal ein Rekordergebnis mit einem bereinigten EBIT von 161 Millionen Euro, was einem Anstieg von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die hohe Nachfrage nach Wartungs-, Überholungs- und Reparaturleistungen trug maßgeblich zu diesem Erfolg bei. Auch Lufthansa Cargo setzte ihren positiven Trend fort und verbesserte das bereinigte EBIT um 84 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr auf 62 Millionen Euro. Dies ist auf eine Ausweitung der Frachtraumkapazitäten und ein gestiegenes Verkehrsaufkommen zurückzuführen, begleitet von einem erfolgreichen Kostenmanagement.
Starker Cashflow und sinkende Verschuldung
Der operative Cashflow des Konzerns stieg im ersten Quartal auf rund 1,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,3 Milliarden Euro), was primär auf saisonbedingte Zuflüsse aus Ticketverkäufen zurückzuführen ist. Der bereinigte freie Cashflow verbesserte sich deutlich auf 835 Millionen Euro (Vorjahr: 305 Millionen Euro). Die Nettokreditverschuldung konnte weiter auf 5,3 Milliarden Euro reduziert werden (Ende 2024: 5,7 Milliarden Euro), und die Netto-Pensionsverpflichtungen sanken zinsbedingt auf 2,2 Milliarden Euro. Die Liquidität des Unternehmens belief sich Ende März 2025 auf insgesamt 11,4 Milliarden Euro.
Trotz bestehender makroökonomischer Unsicherheiten, insbesondere durch globale Handelsspannungen, blickt die Lufthansa Group optimistisch auf den bevorstehenden Sommer und bestätigt ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2025. Beliebte Reiseziele im Mittelmeerraum sowie Fernreisen und Flüge nach Nordamerika verzeichnen weiterhin eine hohe Nachfrage. Um möglichen Nachfrageschwankungen entgegenzuwirken, hat das Unternehmen eine Taskforce eingerichtet, die die aktuellen Entwicklungen genau beobachtet und bei Bedarf flexibel reagieren kann. Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr bekräftigte: „Die globale Nachfrage nach Flugreisen wächst weiter. Trotz aller geopolitischen Unsicherheiten bleiben wir auf Wachstumskurs, schauen optimistisch auf den Sommer und halten an unserem positiven Ausblick für 2025 fest.“