Die Deutsche Lufthansa verzeichnet während des 16-tägigen Münchner Oktoberfests eine stark erhöhte Passagiernachfrage an ihrem bayerischen Drehkreuz.
Nach Angaben des für den Standort München zuständigen Managers Heiko Reitz rechnet die Fluggesellschaft im Eventzeitraum mit rund 1,7 Millionen Passagieren am Flughafen München. Die stärksten internationalen Quellmärkte bilden dabei Fluggäste aus den USA, gefolgt von Reisenden aus Italien und Großbritannien.
Aufgrund des hohen Buchungsaufkommens im Raum London stockte die Fluggesellschaft ihr Sitzplatzangebot auf der Verbindung zum Flughafen Stansted um 23 Zusatzflüge auf, was einer Verdopplung der sonst üblichen Kapazität entspricht. Nach Unternehmensangaben weisen auch diese zusätzlichen Frequenzen eine vollständige Auslastung auf. Konkrete Vergleichszahlen zum Vorjahreszeitraum oder Angaben zur Ertragsentwicklung auf den betroffenen Strecken legte das Management jedoch nicht vor.
Der temporäre Nachfrageanstieg trifft auf ein operational anspruchsvolles Marktumfeld für die Fluggesellschaft. Im ersten Halbjahr 2026 wies das Gesamtaufkommen am zweitgrößten deutschen Verkehrsflughafen einen Rückgang von über vier Prozent auf 18,9 Millionen Passagiere auf. Branchenweit führten die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten zu Streichungen von Luftverkehrsverbindungen im internationalen Streckennetz. Das Drehkreuz München war durch den Entfall kapazitätsstarker Langstreckenrouten prozentual stärker von den Passagierverlusten betroffen als das Hauptdrehkreuz in Frankfurt am Main.
Luftfahrtanalysten betonen, dass saisonale Nachfragespitzen durch Großveranstaltungen zwar kurzfristig die Sitzladefaktoren und Erlöse verbessern, das strukturelle Minus im internationalen Transitverkehr jedoch nur punktuell ausgleichen können. Zudem belasten hohe Standortkosten an deutschen Flughäfen sowie anhaltende Lieferengpässe bei Ersatzteilen und Fluggerät die operative Marge des Konzerns im laufenden Geschäftsjahr.