Jens Ritter, CEO der Lufthansa Airlines, hat den aktuellen Streik der Gewerkschaften VC und Ufo bei der Tochtergesellschaft Discover Airlines scharf kritisiert. In einem Pressegespräch in Frankfurt bezeichnete Ritter den Arbeitskampf als „vollkommen unmöglich“ angesichts des kürzlich erzielten Tarifabschlusses mit der Gewerkschaft Verdi. Ritter betonte, dass Discover Airlines „gute Perspektiven und nachhaltiges Wachstum“ benötige und die Streiks dem Unternehmen schaden würden.
Die Gewerkschaften VC (Vereinigung Cockpit) und Ufo (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) sind unzufrieden, da sie sich durch den Tarifabschluss mit Verdi, der die größte Gewerkschaft in der Lufthansa-Gruppe vertritt, ausgeschlossen fühlen. Sie argumentieren, dass sie mehr Mitglieder als Verdi in der noch jungen Airline haben und als Fachgewerkschaften des fliegenden Personals kompetentere Tarifpartner seien.
Die Lufthansa-Muttergesellschaft unterstützt Discover Airlines dabei, die Auswirkungen des Streiks zu minimieren. Am ersten Streiktag wurden von 55 geplanten Flügen nur sechs gestrichen. Der Streik führt zu einem erheblichen organisatorischen Aufwand, und Ritter plant, das komplexe Regelwerk der Tarifverträge in der Lufthansa-Gruppe zu reformieren.
Neben dem Streik kämpft Lufthansa mit finanziellen Herausforderungen, darunter gestiegene Kosten und zunehmender Druck durch internationale Konkurrenz, insbesondere von chinesischen Airlines. Die Lufthansa strebt an, im laufenden Jahr eine schwarze Null zu erreichen, während die deutschen Flughäfen durch erhöhte Kosten unter Druck stehen.