Die Deutsche Lufthansa hat einen wesentlichen Meilenstein bei der Einführung ihres neuen Kabinenkonzepts „Allegris“ erreicht. Ab dem 15. April 2026 sind in der Boeing 787-9 fast alle Plätze der neuen Business Class zur Reservierung freigegeben. Nachdem finale Zertifizierungsprozesse erfolgreich abgeschlossen wurden, stehen nun 25 der insgesamt 28 Sitze pro Flugzeug für Passagiere zur festen Buchung bereit. Bisher waren aufgrund ausstehender behördlicher Genehmigungen für bestimmte Sitzvarianten nur begrenzte Kapazitäten direkt wählbar. Das neue System ermöglicht es Reisenden nun, die verschiedenen Sitzkategorien bereits während des Buchungsvorgangs gezielt auszuwählen.
Das Streckennetz für die mit Allegris ausgestatteten „Dreamliner“ umfasst ab Frankfurt am Main eine Vielzahl internationaler Destinationen. Zu den aktuellen Zielen gehören Metropolen wie Shanghai, Hongkong, Kapstadt, Rio de Janeiro und Austin. Im weiteren Verlauf des Jahres 2026 plant die Fluggesellschaft eine deutliche Ausweitung der Kapazitäten auf den lukrativen Nordatlantik-Routen: Ab Juni werden New York-JFK und Los Angeles bedient, gefolgt von Delhi im Juli. Mit derzeit acht am Drehkreuz Frankfurt stationierten Maschinen dieses Typs treibt die Airline die Modernisierung ihrer Langstreckenflotte voran. Bis Ende 2027 soll die Teilflotte auf insgesamt 29 Flugzeuge der Variante Boeing 787-9 anwachsen.
In der Preisgestaltung setzt Lufthansa auf ein differenziertes Modell, das über die bloße Beförderung hinausgeht. Während die Reservierung des Standardsitzes weiterhin im Flugpreis enthalten ist, werden für spezielle Sitzplatzoptionen zusätzliche Gebühren erhoben. Zu diesen kostenpflichtigen Varianten zählen unter anderem Suiten mit höheren Wänden für gesteigerte Privatsphäre, Sitze mit einer Überlänge von 2,20 Metern für besonders große Passagiere sowie Plätze mit erweitertem Arbeitsraum oder zusätzlicher Ablagefläche. Diese Strategie zielt darauf ab, die Zusatzerlöse im Premium-Segment durch individuelle Wahlmöglichkeiten zu steigern und gleichzeitig die Auslastung der hochwertigsten Kabinenteile zu optimieren.
Branchenbeobachter werten die vollständige Freischaltung als wichtiges Signal für die Zuverlässigkeit des neuen Produkts, das in der Vergangenheit mit Lieferverzögerungen bei den Sitzherstellern zu kämpfen hatte. Die Boeing 787-9 bildet dabei das Rückgrat für die Einführung von Allegris, bevor das Konzept auch in anderen Flugzeugtypen wie der Boeing 777-9 und durch Umrüstungen in der bestehenden Airbus A350-Flotte großflächig ausgerollt wird. Für Vielflieger bedeutet die aktuelle Entwicklung eine deutlich höhere Planungssicherheit, da die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Flugzeugwechsel auf den genannten Routen durch die wachsende Anzahl verfügbarer Flugzeuge sinkt.