Die Deutsche Lufthansa wird die im Sommer eingestellte Linienverbindung zwischen dem Flughafen Bremen und ihrem zentralen Drehkreuz in Frankfurt am Main im kommenden Jahr wieder aufnehmen. Nach intensiven Verhandlungen zwischen der Führung der Fluggesellschaft und dem Bremer Senat ist ab dem Sommerflugplan ein täglicher Flug auf dieser Strecke vorgesehen.
Die Entscheidung stößt bei Vertretern aus Politik und Wirtschaft auf Zustimmung, da die Anbindung an den Frankfurter Flughafen als bedeutend für die internationale Erreichbarkeit der nordwestdeutschen Region gilt. Allerdings bleibt das Angebot im Vergleich zu früheren Jahren deutlich eingeschränkt. Gleichzeitig unterstreicht die Vereinbarung die angespannte finanzielle Lage der Betreibergesellschaft des Bremer Flughafens, die vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen steht.
Einlagerung in das internationale Streckennetz und Reaktionen der Wirtschaft
Die Wiederaufnahme der Flugverbindung ermöglicht es Passagieren aus der Region Bremen, den Flughafen Frankfurt als Umsteigepunkt für internationale und interkontinentale Ziele zu nutzen. Während der Unterbrechung der Route blieb die Hansestadt über die Drehkreuze München, Wien und Zürich an das globale Streckennetz des Lufthansa-Konzerns angebunden. Dennoch bewerten regionale Wirtschaftsverbände die direkte Verbindung zum wichtigsten deutschen Luftfahrt-Drehkreuz als zentrales Element für die Standortqualität.
Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt bezeichnete die Entscheidung als ein positives Signal für das Gewerbe und die wissenschaftlichen Einrichtungen im Nordwesten. Auch die Handelskammer Bremen begrüßte die Rückkehr der Fluggesellschaft auf der Frankfurt-Route. Handelskammer-Präses André Grobien merkte jedoch an, dass sich die regionalen Unternehmen für eine adäquate Anbindung eine höhere Frequenz gewünscht hätten. Ein einziger täglicher Flug könne die Bedarfe der Wirtschaft nur teilweise decken.
Hintergründe der vorübergehenden Einstellung und Verhandlungsprozess
Die Lufthansa hatte die Streichung der Verbindung zum 1. Juli vollzogen und den Schritt mit fehlender Wirtschaftlichkeit auf der Kurzstrecke begründet. Vor der Einstellung der Route wurden zwischen den beiden Städten bis zu fünf Flüge täglich durchgeführt. Die Entscheidung der Airline stieß in der regionalen Wirtschaft und Politik auf deutliche Kritik, woraufhin der Bremer Senat das Gespräch mit der Konzernführung suchte.
Im Rahmen der Verhandlungen zwischen Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte und dem Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa, Carsten Spohr, wurde vereinbart, nach betriebswirtschaftlich tragfähigen Optionen für eine Wiederaufnahme zu suchen. Im Zuge dieser Entwicklungen waren im Spätsommer auf den Buchungsplattformen der Fluggesellschaft vorübergehend höhere Flugfrequenzen für das Frühjahr sichtbar geworden, bevor die endgültige Festlegung auf die vorerst eine tägliche Verbindung erfolgte.
Wirtschaftliche Situation des Flughafens Bremen
Die Vereinbarung über die Rückkehr der Lufthansa fällt in eine Phase struktureller finanzieller Belastungen für die Betreibergesellschaft des Flughafens Bremen. Nach Branchenberichten weist die Flughafengesellschaft ein jährliches strukturelles Defizit von mehr als 13 Millionen Euro auf. Ohne Gegenmaßnahmen drohen dem Standort in den kommenden Jahren erhebliche Liquiditätsengpässe.
Die Wiederanbindung an das Frankfurter Drehkreuz ist Teil der Bemühungen der Flughafenführung und des Gesellschafters, das Passagieraufkommen zu stabilisieren und die Auslastung der Infrastruktur zu verbessern. Die Entwicklung des Standorts hängt jedoch maßgeblich davon ab, ob in Zukunft wieder höhere Frequenzen realisiert werden können und wie sich die Nachfrage im Geschäftsreiseverkehr nachhaltig entwickelt.