Airbus A220-100 (Foto: Pixabay).
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Lufthansa will CRJs verkaufen und Swiss will A220-100 loswerden

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Der Lufthansa-Konzern treibt die Umgestaltung seiner Flottenstruktur bei den Regional- und Zubringerflugzeugen voran und trennt sich schrittweise von kleineren Flugzeugtypen. Nach der Einstellung des Flugbetriebs der Tochtergesellschaft Lufthansa Cityline steht die gesamte Flotte von 23 Flugzeugen des Typs CRJ-900 zum Verkauf.

Parallel dazu hat die Konzernschwester Swiss International Air Lines entschieden, ihre Teilflotte von neun Flugzeugen des Typs Airbus A220-100 nicht mehr reaktivieren zu wollen und mittelfristig vollständig auszumustern. Beide Maßnahmen stehen im Kontext einer breiter angelegten Anpassung des Zubringernetzes an den Drehkreuzen Frankfurt, München und Zürich, mit der die betriebliche Komplexität verringert und die Wirtschaftlichkeit auf den Kurzstrecken verbessert werden soll.

Verkauf der Canadair-Regionaljets nach Ende von Lufthansa Cityline

Die Entscheidung, die 23 Flugzeuge des Typs CRJ-900 der bisherigen Tochtergesellschaft Lufthansa Cityline abzustoßen, folgt auf die vorzeitige Einstellung des Flugbetriebs dieses Bereiches im April 2026. Als Gründe für die Beendigung des Cityline-Betriebs nannte der Konzern gestiegene Treibstoffkosten sowie anhaltende Verluste im Zubringersystem. Konzernchef Carsten Spohr bestätigte am 4. August 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz, dass sich das Unternehmen bereits in Verkaufsverhandlungen mit mehreren interessierten Parteien befindet. Ziel sei es, die Flugzeuge mit einer Kapazität von jeweils 90 Sitzplätzen zum bestmöglichen Preis am Markt zu platzieren.

Der Übergang im Zubringerverkehr erfolgt schrittweise. Die Aufgaben im Kurzstreckennetz rund um die zentralen Drehkreuze Frankfurt am Main und München übernimmt die neu aufgestellte Tochtergesellschaft Lufthansa City Airlines. Diese setzt auf ein anderes Flottenkonzept, wodurch die Canadair-Regionaljets im internen Betrieb nicht mehr benötigt werden.

US-Markt als Zielregion für gebrauchte Regionalflugzeuge

Bei der Suche nach Abnehmern für die CRJ-900-Flotte richtet der Lufthansa-Konzern seinen Blick insbesondere auf den nordamerikanischen Markt. In den Vereinigten Staaten existiert weiterhin ein Bedarf an Regionalflugzeugen dieser Größenklasse, da dort viele Zubringerlinien im Auftrag großer Fluggesellschaften mit Fluggeräten von bis zu 76 bis 90 Sitzen betrieben werden.

Ein Beispiel für das Interesse an diesem Flugzeugtyp zeigte sich Anfang 2025, als die US-amerikanische Regionalfluggesellschaft SkyWest Airlines ein Paket von 29 gebrauchten CRJ-900-Maschinen erwarb. Die Investitionssumme für dieses Flottenpaket belief sich auf 28 Millionen US-Dollar. Die Flugzeuge dienen dort unter anderem als Flottenpuffer und Ersatzteilträger, um Spitzen in der Nachfrage abzudecken oder Instandhaltungszeiten anderer Maschinen zu überbrücken.

Ausflottung der Teilflotte Airbus A220-100 bei Swiss International Air Lines

Ähnliche Schritte zur Konsolidierung des Fluggeräts zeichnen sich bei der Schweizer Konzerntochter Swiss ab. Entgegen ursprünglicher Planungen, die eine vorübergehende Stilllegung kleinerer Teilflotten vorsahen, plant die Fluggesellschaft nun das dauerhafte Ende der Airbus A220-100. Finanzvorstand Till Streichert und die Sprecher der Swiss bestätigten am 4. August 2026, dass mittel- bis langfristig kein Betrieb mit Maschinen dieses Typs mehr vorgesehen ist.

Von den ursprünglich neun Flugzeugen des Typs A220-100 befinden sich derzeit noch vier Einheiten im aktiven Liniendienst. Diese verbliebenen Maschinen sollen nach den aktuellen Plänen bis spätestens Ende 2027 außer Betrieb genommen und in ein Lager überführt werden. Drei weitere Flugzeuge wurden bereits zuvor stillgelegt und befinden sich im Storage.

Ersatzteilgewinnung und Triebwerksproblematik bei der A220-Flotte

Zwei Maschinen der Teilflotte A220-100 mit den Luftfahrzeugkennzeichen HB-JBC und HB-JBD werden aktuell demontiert und verwertet. Die Demontage dient vorrangig dem Zweck, Ersatzteile und Komponenten für die verbleibende Flotte zu gewinnen. Insbesondere die Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney sind im gesamten Luftfahrtsektor knapp, da branchenweite Wartungs- und Überprüfungsintervalle zu Lieferengpässen geführt haben.

Durch die Entnahme funktionsfähiger Triebwerke und Bauteile aus den ausgemusterten A220-100 sichert Swiss den Betrieb ihrer 21 Flugzeuge des größeren Typs Airbus A220-300 ab. Diese größere Variante soll weiterhin vollständig im Einsatz bleiben. Die Maßnahme soll dazu beitragen, die Einsatzbereitschaft der Flugbereiche auf den europäischen Strecken zu stabilisieren und Ausfälle durch fehlende Ersatzteile zu vermeiden.

Konzernweite Bereinigung kleinerer Regionalflugzeugtypen

Die Maßnahmen bei Lufthansa Cityline und Swiss sind Teil einer konzerneinheitlichen Ausrichtung, bei der kleine Regionaljets schrittweise aus den Flugplänen der Netzwerkgesellschaften gestrichen werden. Auch bei der österreichischen Tochtergesellschaft Austrian Airlines ist ein Ausstieg aus dieser Flugzeugklasse vorgesehen. Austrian Airlines plant, ihre verbliebenen Flugzeuge des Typs Embraer E195 bis zum Jahr 2028 schrittweise auszuflottung.

Ziel dieser Entwicklungen ist eine Standardisierung der Flottenstruktur. Das Betreiben kleiner Teilflotten bringt verhältnismäßig hohe Aufwendungen für die Wartung, die Lagerhaltung von Ersatzteilen sowie die Schulung und Lizenzierung von Piloten und Kabinenpersonal mit sich. Durch die Bündelung auf wenige, größere Standardrumpfflugzeuge sollen diese fixen Betriebskosten gesenkt werden.

Wirtschaftliche Hintergründe und Netzwerkanpassungen im Zubringerverkehr

Der Rückzug aus dem Segment der kleineren Regionaljets erfolgt vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen im europäischen Flugverkehr. Steigende Flugsicherungsgebühren, Höhere Passagierabgaben an den Flughäfen sowie die Preisentwicklung beim Flugkraftstoff erschweren den wirtschaftlichen Betrieb von Flugzeugen mit geringer Sitzplatzkapazität.

Die Bündelung von Passagierströmen auf größeren Flugzeugtypen soll die Ertragslage pro Flug heben. Gleichzeitig bringt die Reduzierung der Frequenzen auf kleineren Strecken Anpassungen für Passagiere mit sich, da Zubringerflüge zu den Drehkreuzen seltener angeboten oder durch alternative Transportmittel ergänzt werden. Wie die Verkaufsverhandlungen für die CRJ-900 und der weitere Abbau der A220-100 verlaufen, wird die Ausgestaltung der europäischen Kurzstreckennetze des Lufthansa-Konzerns in den kommenden Jahren maßgeblich bestimmen.

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