Die rumänische Luftwaffe hat an drei aufeinanderfolgenden Tagen unbemannte Flugobjekte im eigenen Luftraum abgefangen und zerstört.
Nach einem ersten Vorfall am Freitag nahe Padina im Kreis Buzău meldete das Verteidigungsministerium in Bukarest weitere Abschüsse am Samstag bei Sfântu Gheorghe sowie am Sonntagmorgen im Bereich der Grenzstadt Sulina im Donaudelta. Die Einsätze wurden durch F-16-Kampfflugzeuge ausgeführt, die im Rahmen der Luftraumüberwachung aufgestiegen waren. Nach Angaben der Behörden erfolgten die Abschlüsse über unbewohntem Territorium, sodass eine Gefährdung von Zivilpersonen am Boden ausgeschlossen werden konnte.
Nach Untersuchungen der Trümmerteile des Vorfalls vom Freitag bestätigte die rumänische Staatsanwaltschaft, dass es sich um eine Drohne des Typs Shahed handelt. Dieser Typ wird im regionalen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine von den russischen Streitkräften eingesetzt. Die Abfangeinsätze am Wochenende markieren eine Intensivierung der militärischen Maßnahmen entlang der rund 600 Kilometer langen rumänischen Grenze zur Ukraine. In der Vergangenheit waren wiederholt Trümmerteile russischer Drohnen auf rumänischem Staatsgebiet eingeschlagen, die bei Angriffen auf ukrainische Donaudelta-Häfen ihr Ziel verfehlt hatten.
Um auf solche Grenzverletzungen rechtlich und operativ reagieren zu können, hatte das rumänische Parlament im Vorjahr die gesetzlichen Grundlagen angepasst. Diese erlauben den Streitkräften das gezielte Bekämpfen unbemannter Flugkörper im eigenen Hoheitsgebiet. Bislang hatte sich die Militärführung bei Grenzüberschreitungen vorwiegend auf die Beobachtung und Sicherung der Einschlagstellen beschränkt. Die direkte Bekämpfung mittels Luft-Luft-Raketen durch F-16-Abfangjäger verdeutlicht eine veränderte Einsatzdoktrin im Grenzbereich der NATO-Ostflanke.
Militärexperten verweisen darauf, dass das Abfangen vergleichsweise günstiger Drohnen mit hochmodernen Kampfflugzeugen und Abwehrraketen hohe operative Kosten verursacht und logistische Kapazitäten bindet. Zudem birgt der Einsatz von Flugabwehrwaffen nahe der Staatsgrenze das Risiko unbeabsichtigter Eskalationen oder von Fehlschüssen. Dennoch sieht sich die Regierungsführung in Bukarest unter Zugzwang, Stärke zu demonstrieren, um die Unverletzlichkeit des eigenen Luftraums gegenüber grenzüberschreitenden militärischen Aktivitäten zu unterstreichen.