Rund 150 Fach- und Führungskräfte der nationalen und internationalen Luftfahrtbranche kamen diese Woche im Hilton Frankfurt Airport Hotel zum gemeinsamen New Year’s Event 2026 zusammen. Die vom Board of Airline Representatives in Germany (BARIG) und dem Airline Operators Committee Frankfurt (AOC FRA) organisierte Veranstaltung markierte gleichzeitig den Auftakt zum 75-jährigen Bestehen des BARIG. Vertreter von Fluggesellschaften, Flughafenbetreibern sowie aus Politik, Zoll und Bundespolizei nutzten das Treffen, um die strategischen Weichenstellungen für das laufende Geschäftsjahr zu erörtern. Im Fokus standen dabei vor allem die Sicherung der operativen Stabilität und die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland.
Zusätzliche Recherchen zur aktuellen Branchensituation verdeutlichen den hohen Kostendruck, unter dem deutsche Flughäfen im internationalen Vergleich stehen. In den Redebeiträgen forderten Branchenvertreter wie Michael Hoppe (BARIG) und Dr. Pierre Dominique Prümm (Fraport AG) eine deutliche Reduzierung von Wettbewerbsnachteilen. Insbesondere die Belastung durch nationale Alleingänge bei Abgaben und Gebühren wird als Risiko für die Drehkreuzfunktion Frankfurts gesehen. Der hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori signalisierte Unterstützung und verwies auf Bestrebungen zur Senkung der Luftverkehrssteuer sowie auf geplante Entlastungen bei den Luftsicherheits- und Flugsicherungskosten. Das Ziel sei eine Steigerung des Umsetzungstempos bei der Digitalisierung von Zoll- und Frachtprozessen.
Die operative Komplexität des Frankfurter Flughafens erfordert laut Klaus Marx (AOC FRA) eine immer engere Abstimmung zwischen Airlines, Behörden und Dienstleistern. Diese Zusammenarbeit wird im Jahr 2026 durch großflächige Investitionen in die Infrastruktur flankiert, etwa durch den fortschreitenden Bau des Terminals 3 und die Implementierung neuer Sicherheitstechnologien. Aletta von Massenbach, CEO der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH und Präsidentin des Flughafenverbands ADV, unterstrich zudem die Notwendigkeit, Netzwerke über regionale Grenzen hinweg zu stärken. Die Branche blickt bereits auf den nächsten großen Termin, den BARIG Networking & Conference Day in Berlin, um die länderübergreifende Kooperation bei der Abfertigungsqualität zu vertiefen.
Seit seiner Gründung im Jahr 1951 fungiert das BARIG als zentrale Interessenvertretung für in Deutschland tätige Fluggesellschaften. Im Jubiläumsjahr setzt der Verband verstärkt auf den Dialog mit der Bundespolitik, um faire Wettbewerbsbedingungen im globalen Kontext einzufordern. Ein zentrales Thema bleibt die Optimierung der Bodenabfertigungsprozesse und die Effizienzsteigerung in der Luftfracht, die für den Exportstandort Deutschland von existenzieller Bedeutung ist. Durch die Bündelung der Stimmen von über 100 Mitgliedsairlines soll der Druck auf die Regulierungsbehörden erhöht werden, um bürokratische Hürden abzubauen und die technologische Modernisierung der Infrastruktur voranzutreiben.