Ile aux Nattes Madagaskar (Foto: Unsplash/iAko Randrianarivelo).
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Madagaskar: Reisewarnung und Ausgangssperren nach Todesfällen und Regierungsentlassung

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Die politische und soziale Lage in Madagaskar hat sich dramatisch zugespitzt. Angesichts anhaltender Unruhen und der Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte hat das Auswärtige Amt seine Reise- und Sicherheitshinweise aktualisiert und rät derzeit von Reisen ab.

Die Proteste, die sich ursprünglich gegen Wasser- und Stromabschaltungen richteten, haben zu Konflikten geführt, bei denen nach UN-Angaben mindestens 22 Menschen getötet und über 100 verletzt wurden, eine Zahl, der die Regierung jedoch widerspricht. Als Reaktion auf die Krise hat Präsident Andry Rajoelina die gesamte Regierung entlassen, obwohl der Premier und das Kabinett übergangsweise im Amt bleiben. In zahlreichen Städten gelten nächtliche Ausgangssperren, und der internationale Flugverkehr ist eingeschränkt.

Landesweite Unruhen und Einschränkung der Öffentlichen Ordnung

Die Unruhen sind nicht auf die Hauptstadt Antananarivo beschränkt, sondern erfassen mehrere wichtige städtische Zentren der Inselnation. Berichten zufolge dauern die Proteste unter anderem in Antsirabe, Diego Suarez/Antsiranana, Tulear/Toliara, Tamatave/Toamasina und Mahajanga an. Die Sicherheitskräfte reagieren mit Verhaftungen und dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen, was die Konfliktlage weiter verschärft.

Zur Wiederherstellung der Ordnung wurden flächendeckend nächtliche Ausgangssperren verhängt. Die Dauer dieser Restriktionen variiert je nach Stadt: In Antananarivo gilt die Sperre von 20:00 bis 4:00 Uhr, in Antsirabe, Tamatave/Toamasina und Tuléar/Toliara von 19:00 bis 5:00 Uhr, und in Mahajanga von 20:00 bis 4:30 Uhr.

Die Einschränkungen haben auch Auswirkungen auf das öffentliche Leben und die Versorgung. In vielen Städten bleiben Geschäfte, Banken und Tankstellen teilweise geschlossen, was auf Versorgungsengpässe und eine gestörte Handelsaktivität hindeutet.

Politische Krise und Machtwechsel

Der Auslöser der Protestwelle ist auf unmittelbare Alltagsprobleme zurückzuführen: junge Menschen gehen auf die Straße, um gegen die häufigen Abschaltungen von Wasser und Strom zu demonstrieren. Diese sozialen Forderungen haben sich jedoch schnell in eine politische Krise ausgeweitet.

Die Regierung in Antananarivo reagierte auf den zunehmenden Druck mit einem drastischen Schritt: Präsident Andry Rajoelina entließ das gesamte Kabinett. Obwohl Premierminister Christian Ntsay und die Minister übergangsweise im Amt bleiben, markiert die Entlassung einen formellen Bruch und ein Eingeständnis der Regierung, daß sie die Kontrolle über die Lage verloren hat.

In einer Fernsehansprache versuchte Rajoelina die Gemüter zu beruhigen. Er versicherte, „Ihre Forderungen wurden gehört“, und bat um Entschuldigung für Versäumnisse. Trotz dieser Geste gilt die Lage laut Medienberichten weiterhin als volatil, und es wurden weitere Proteste angekündigt. Das Auswärtige Amt schließt eine Verschärfung der Situation nicht aus und rät zur Überprüfung aller Reisepläne.

Die politische Geschichte Madagaskars ist von wiederkehrenden Krisen und Regierungswechseln außerhalb des demokratischen Prozedere geprägt. Die jüngsten Ereignisse unterstreichen die anhaltende Instabilität und die grundlegenden Versorgungsprobleme, die regelmäßig zu politischen Turbulenzen führen.

Störungen im Internationalen Reiseverkehr

Die Unruhen haben unmittelbare Auswirkungen auf den Internationalen Flugverkehr der Insel. Der Flugbetrieb am Hauptflughafen Ivato (TNR) in Antananarivo ist deutlich eingeschränkt. Einzelne Fluggesellschaften haben als Vorsichtsmaßnahme und aufgrund der Unsicherheiten internationale Flüge gestrichen.

Der Flughafen Ivato dient als wichtigstes Tor zur Außenwelt und ist für die Logistik und den Handel Madagaskars von zentraler Bedeutung. Die Einschränkung des Flugverkehrs behindert nicht nur den Tourismus, sondern auch den Warenaustausch. Ausländische Reisende und Geschäftsleute werden dazu aufgefordert, sich kontinuierlich über die Flugpläne und Sicherheitshinweise zu informieren, da sich die operative Lage am Flughafen kurzfristig ändern kann.

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