Der norditalienische Großflughafen Mailand-Malpensa ist im Rahmen einer Zeremonie offiziell nach dem früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi benannt worden.
Das Drehkreuz führt künftig die Bezeichnung „Aeroporto Milano-Malpensa Silvio Berlusconi“. Die Entscheidung zur Umbenennung des zweitgrößten Flughafens des Landes war bereits im Sommer 2024 auf Initiative der italienischen Zivilluftfahrtbehörde ENAC und des Transportministeriums unter Führung der rechtspopulistischen Partei Lega getroffen worden. An der Zeremonie nahmen Mitglieder der Familie Berlusconi teil, darunter seine älteste Tochter Marina Berlusconi.
Die feierliche Umbenennung verlief nicht ohne politische Spannungen und stieß in der Region auf geteilte Reaktionen. Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala sowie Vertreter linker Parteien und von Bürgerinitiativen blieben der Veranstaltung fern. Der Bürgermeister hatte im Vorfeld mehrfach juristische Schritte gegen die Namensänderung geprüft und kritisiert, dass der Beschluss ohne eine breite Abstimmung mit den betroffenen Kommunen der Metropolregion Mailand durchgesetzt worden sei. Kritik entzündet sich vor allem an der umstrittenen Rolle Berlusconis, der zwischen 1994 und 2011 vier Regierungen anführte und dessen politische Laufbahn von zahlreichen Justizverfahren und Skandalen begleitet war.
Der Flughafen Mailand-Malpensa dient als zentrales internationales Luftfahrtdrehkreuz für den Norden Italiens und fertigt jährlich über 25 Millionen Passagiere ab. Luftfahrtbranchenkenner betonen, dass die administrative Namensänderung primär politischer Natur ist und keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb, die Abfertigungsprozesse oder die internationalen Flughafencodes (IATA: MXP, ICAO: LIMC) hat. Die Betreibergesellschaft SEA muss jedoch Beschilderungen, digitale Informationssysteme und offizielle Dokumente schrittweise an die neue Bezeichnung anpassen.
Die Kontroverse ordnet sich in eine breitere Debatte über das politische Erbe des 2023 verstorbenen Medienunternehmers und Politikers ein. Während Befürworter die Ehrung mit seinen Verdiensten um die wirtschaftliche Entwicklung der Lombardei begründen, verweisen Kritiker darauf, dass die Benennung öffentlicher Infrastruktur von nationaler Bedeutung gesellschaftlich stark polarisiert und dem Ansehen des internationalen Verkehrsknotenpunkts schaden könnte.