Das Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien weitet in der Sommersaison 2026 seine im Vorjahr initiierte Programmreihe „Zeit für Kost“ erheblich aus.
In Kooperation mit der Kulinarik-Plattform Popchop wird das Format zu einer monatlichen Veranstaltungsreihe weiterentwickelt. An insgesamt fünf Sonntagen zwischen Juni und Oktober verwandelt sich der Park des Geymüllerschlössels in Wien-Pötzleinsdorf in einen Ausstellungs- und Aktionsraum, der angewandte Kunst, zeitgenössisches Design und gehobene Gastronomie miteinander verbindet. Die Events finden jeweils von 12 bis 20 Uhr statt und sind als Open-Air-Veranstaltungen konzipiert, deren Durchführung an eine stabile Schönwetterlage gebunden ist.
Im Zentrum jeder Veranstaltung steht eine eigens kuratierte Festtafel im Schlossgarten. Verschiedene Gestalter und Designstudios inszenieren dabei Ensembles aus historischen und zeitgenössischen Exponaten der Bereiche Keramik, Glas, Textilkunst und Floristik. Das gastronomische Konzept wird für jeden Termin individuell an das visuelle Thema des Tisches angepasst. So zeichnen beim Auftakt am 7. Juni 2026 die Designerin Liza Sočan für die Tischgestaltung sowie Gastronomen der Wiener Lokale R&Bar und Espresso Burggasse für das Menü verantwortlich. Bei den folgenden Terminen übernehmen Akteure wie Rami Ceramics und der Produktdesigner Marco Dessí die Kuration, während wechselnde kulinarische Pop-ups, darunter Maka Ramen und das Gastronomieprojekt El Reno, die Bewirtung übernehmen.
Ein programmatischer Schwerpunkt liegt im Juli auf der Nachwuchsförderung durch die Museumsinitiative youngMAK. Im Rahmen des Open Calls „tabula rasa“ sind junge Kreative aufgerufen, Konzepte zum Thema Essrituale und Tischkultur einzureichen. Drei ausgewählte Projekte erhalten ein Produktionsbudget von jeweils 700 Euro und werden am 5. Juli im Rahmen der Veranstaltungsreihe präsentiert. Die ländlich geprägte Biedermeier-Architektur des Geymüllerschlössels, das neben Empire-Möbeln auch die bedeutende Uhrensammlung von Franz Sobek beherbergt, fungiert hierbei als historischer Kontrapunkt zu den modernen Interventionen. Das Rahmenprogramm umfasst zudem im September ein kostenpflichtiges abendliches Happening im permanent installierten Licht-Skyspace „The Other Horizon“ des US-Künstlers James Turrell.
Die strategische Ausrichtung des MAK zielt mit dieser Reihe darauf ab, Museumsstandorte außerhalb des Wiener Stadtzentrums durch interdisziplinäre Formate für neue Besuchergruppen zu öffnen und die Verbindung von traditionellem Handwerk und moderner Alltagskultur erlebbar zu machen. Unterstützt wird die Eventreihe von verschiedenen österreichischen Wirtschaftsbetrieben, darunter Riess Emaille und die Brauerei Grieskirchner. Der reguläre Museumsbetrieb des Schlössels läuft parallel an den Wochenenden bis zum Saisonende am 1. November 2026 weiter.