Die estnische Ferienfluggesellschaft Marabu, eine Schwesterfirma der deutschen Condor, plant für die Sommersaison 2025 eine signifikante Erweiterung ihrer Flotte. Durch die Anmietung von zwei Airbus A320 von Bul Air sowie weiteren Flugzeugen von Partnergesellschaften soll das Streckennetz ausgebaut und die Marktposition in Deutschland, Österreich und der Schweiz gestärkt werden.
Marabu wird im Sommer 2025 zwei Airbus A320 von der bulgarischen Charterfluggesellschaft Bul Air im sogenannten Damp-Lease-Verfahren einsetzen. Diese Flugzeuge werden in Iraklio (Kreta) und Palma de Mallorca stationiert sein und Verbindungen zu deutschen Flughäfen wie Hamburg, Leipzig/Halle, Friedrichshafen und Münster/Osnabrück bedienen. Zusätzlich werden von Palma aus Flüge nach Köln/Bonn, Dortmund, Münster/Osnabrück und Friedrichshafen angeboten.
Bereits in der Sommersaison 2024 hatte Marabu ein Flugzeug von Bul Air angemietet. Die positive Erfahrung aus dieser Zusammenarbeit hat zur Entscheidung geführt, die Kooperation im Jahr 2025 auszuweiten. Neben Bul Air arbeitet Marabu auch mit anderen Partnern wie European Air Charter und KlasJet zusammen, um zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen.
Ausbau der eigenen Flotte bis 2026
Marabu verfolgt das Ziel, die eigene Flotte bis zum Jahr 2026 auf insgesamt 15 Airbus A320neo zu erweitern. Aktuell betreibt die Fluggesellschaft acht dieser Flugzeuge. Der Ausbau erfolgt schrittweise, wobei jährlich vier bis fünf neue Maschinen in die Flotte aufgenommen werden sollen. Diese Strategie ermöglicht es Marabu, flexibel auf saisonale Nachfrageschwankungen zu reagieren und gleichzeitig die Betriebskosten zu optimieren.
Die A320neo-Flugzeuge zeichnen sich durch ihre Effizienz und Reichweite aus, was sie besonders für den Einsatz auf Kurz- und Mittelstrecken prädestiniert. Mit der Erweiterung der Flotte will Marabu ihre Präsenz auf dem europäischen Markt stärken und neue Zielgruppen erschließen.
Herausforderungen und Maßnahmen zur Stabilisierung
Der Start von Marabu im Jahr 2023 war von Herausforderungen geprägt. Verspätungen und ein heterogener Flugzeugmix führten zu Unmut bei den Passagieren. Eine eigens eingerichtete Taskforce arbeitete daran, den Flugbetrieb zu stabilisieren und die Pünktlichkeit zu verbessern. Im Sommer 2024 betrieb Marabu bereits vier eigene Airbus A320neo und setzte zusätzlich fünf geleaste Flugzeuge von drei verschiedenen Partnern ein.
Die Erfahrungen aus dem ersten Betriebsjahr haben dazu geführt, dass Marabu ihre Strategie angepasst hat. Durch die Kombination aus eigener Flotte und gezielten Partnerschaften soll die Zuverlässigkeit erhöht und das Kundenerlebnis verbessert werden.
Bul Air als Partner
Bul Air, eine Tochtergesellschaft von Bulgaria Air, verfügt über eine Flotte von fünf Flugzeugen, darunter Airbus A319-100, Airbus A320-200 und Boeing 737-300. Mit einem Durchschnittsalter von 24,5 Jahren sind die Maschinen zwar nicht die jüngsten, jedoch gut gewartet und für den Charterbetrieb geeignet. Die Zusammenarbeit mit Marabu bietet Bul Air die Möglichkeit, ihre Kapazitäten effizient einzusetzen und zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Die Partnerschaft zwischen Marabu und Bul Air basiert auf gegenseitigem Vertrauen und dem gemeinsamen Ziel, den Passagieren ein zuverlässiges Flugerlebnis zu bieten. Die Stationierung der Bul Air-Flugzeuge in beliebten Urlaubsdestinationen wie Kreta und Mallorca ermöglicht es Marabu, ihre Präsenz in diesen Märkten zu stärken.
Mit der erweiterten Flotte und den strategischen Partnerschaften ist Marabu gut auf die Sommersaison 2025 vorbereitet. Die Fluggesellschaft plant, ihre Verbindungen zu deutschen Flughäfen auszubauen und neue Routen zu erschließen. Durch die Kombination aus eigener Flotte und geleasten Flugzeugen kann Marabu flexibel auf die Nachfrage reagieren und gleichzeitig die Betriebskosten im Griff behalten.