Der US-amerikanische Luftverkehrsmarkt steht vor einer bedeutenden Veränderung im Billigflugsegment. Die in Las Vegas ansässige Fluggesellschaft Allegiant Air hat die Übernahme von Sun Country Airlines angekündigt. Das Transaktionsvolumen beläuft sich inklusive Schulden auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar, was etwa 1,3 Milliarden Euro entspricht.
Den Aktionären von Sun Country wird ein Mix aus Bargeld und Aktienanteilen angeboten, der einen Aufschlag von knapp 20 Prozent auf den letzten Börsenschlusskurs darstellt. Durch diesen Zusammenschluss entsteht ein neuer Schwergewicht-Akteur im Bereich der Ultra-Low-Cost-Carrier (ULCC), der vor allem auf Urlaubsreisende und Punkt-zu-Punkt-Verbindungen abzielt.
Durch die Fusion wächst die gemeinsame Flotte auf rund 195 Flugzeuge an, wobei das Unternehmen durch bestehende Bestellungen und Optionen auf weiteres Wachstum programmiert ist. Allegiant Air betreibt primär eine Flotte von Airbus-Maschinen der A320-Familie und hat kürzlich damit begonnen, neue Boeing 737 MAX in den Dienst zu stellen, während Sun Country Airlines fast ausschließlich auf Boeing 737-Modelle setzt. Diese Diversifizierung der Flotte ermöglicht es dem kombinierten Unternehmen, flexibler auf unterschiedliche Streckenprofile zu reagieren. Der Hauptsitz des neuen Luftfahrtkonzerns wird in Las Vegas verbleiben, von wo aus ein erweitertes Streckennetz innerhalb der Vereinigten Staaten sowie zu internationalen Zielen in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik gesteuert wird.
Wirtschaftlich verspricht sich die Führung von Allegiant Air erhebliche Effizienzsteigerungen. Ab dem dritten Jahr nach Abschluss der Integration sollen jährliche Synergieeffekte in Höhe von 140 Millionen US-Dollar realisiert werden. Zudem wird erwartet, dass die Übernahme bereits im ersten Jahr nach Vollzug gewinnsteigernd wirkt. Zusätzliche Recherchen im US-Luftfahrtsektor verdeutlichen, dass dieser Schritt eine direkte Reaktion auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch etablierte Großfluggesellschaften und andere Low-Cost-Anbieter ist. In den vergangenen Jahren scheiterten ähnliche Zusammenschlüsse wie etwa zwischen JetBlue und Spirit Airlines an regulatorischen Hürden, weshalb Branchenbeobachter nun gespannt auf die Prüfung durch das US-Justizministerium blicken.
Ein besonderer Aspekt dieser Fusion ist die Zusammenführung unterschiedlicher Geschäftsmodelle. Während Allegiant stark auf den Verkauf von Zusatzleistungen und Pauschalpaketen in kleineren Märkten fokussiert ist, betreibt Sun Country ein hybrides Modell, das neben dem Linienverkehr auch Charterflüge für das US-Militär und Frachtflüge für Amazon Air umfasst. Diese breite Aufstellung könnte dem neuen Konzern helfen, saisonale Schwankungen im Passagiergeschäft besser auszugleichen. Der Abschluss der Transaktion wird nach Erhalt aller behördlichen Genehmigungen für das Jahr 2026 angestrebt und markiert einen Wendepunkt für die Wettbewerbsdynamik an US-Regionalflughäfen.