Boeing 787-9 (Foto: Erdii123).
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Miat Mongolian Airlines plant Beschaffung von zehn Airbus-Flugzeugen

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Die mongolische Nationalfluggesellschaft Miat Mongolian Airlines beabsichtigt, ihre Flottenstruktur in den kommenden Jahren grundlegend zu verändern. Wie das Ministerium für Straßen und Verkehrsentwicklung in Ulaanbaatar Ende Juni 2026 bekannt gab, plant das staatliche Unternehmen den Kauf von zehn Verkehrsflugzeugen des europäischen Flugzeughersteller-Konsortiums Airbus.

Diese Maßnahme zielt primär darauf ab, die hohe finanzielle Belastung durch bestehende Operating-Leasingverträge zu senken, da derzeit fast die gesamte aktive Flotte von externen Eigentümern gemietet ist. Die geplante Transaktion soll über langfristige Finanzierungsmodelle abgewickelt werden, wobei bereits konkrete Verhandlungen mit mongolischen Großbanken sowie französischen Finanzinstituten laufen. Branchenbeobachter bewerten das Vorhaben als den Versuch, die ökonomische Rentabilität der staatlichen Fluggesellschaft im Zuge des anhaltenden Ausbaus des internationalen Liniennetzes zu stabilisieren, verweisen jedoch gleichzeitig auf die erheblichen betrieblichen Risiken und Kosten einer plötzlichen Flottenumstellung.

Wirtschaftliche Beweggründe und die Last hoher Leasinggebühren

Der mongolische Verkehrsminister Borkhuu Delgersaikhan legte im Rahmen einer Medienpräsentation die wirtschaftlichen Defizite der aktuellen Betriebsstruktur offen. Von den derzeit zehn eingesetzten Verkehrsflugzeugen der nationalen Fluggesellschaft befinden sich neun im Besitz von internationalen Leasinggesellschaften. Diese Struktur führt dazu, dass ein erheblicher Teil der operativen Einnahmen direkt für die monatlichen Mietzahlungen aufgewendet werden muss. Trotz einer stabilen Nachfrage sowohl im inländischen Linienverkehr als auch auf den internationalen Routen nach Europa und Asien gelinge es der Gesellschaft aufgrund dieser Fixkostenblöcke nicht, ausreichende finanzielle Rücklagen oder nennenswerte Gewinne zu erwirtschaften.

Durch den Erwerb von eigenen Flugzeugen im Rahmen von Finanzierungsleasing-Verträgen soll das Eigentum nach Ablauf der Vertragslaufzeit auf die Fluggesellschaft übergehen. Dadurch erhofft sich das Ministerium eine langfristige Entlastung der Bilanz und eine Erhöhung der operativen Marge. Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass der Kauf von zehn Flugzeugen eine erhebliche Verschuldung des staatlichen Unternehmens nach sich zieht. Die langfristigen Zinsrisiken und die Verpflichtung zur eigenständigen Durchführung teurer schwerer Wartungsereignisse, die bei Operating-Leasingverträgen oft teilweise abgefedert sind, gehen damit vollständig auf den Staat und die Fluggesellschaft über.

Finanzierungsstruktur und internationale Partner im Gespräch

Die Beschaffung von zehn modernen Passagierflugzeugen erfordert erhebliche finanzielle Absicherungen, die das Budget der mongolischen Fluggesellschaft allein übersteigen. Das Ministerium für Straßen und Verkehrsentwicklung verhandelt daher gegenwärtig mit zwei zentralen Institutionen, um die vertraglichen Garantien zu gewährleisten. Zu den inländischen Partnern gehört die Handels- und Entwicklungsbank der Mongolei, die sich bereit erklärt hat, finanzielle Garantien für das Geschäft bereitzustellen. Da der mongolische Bankensektor im internationalen Vergleich jedoch Beschränkungen hinsichtlich des Volumens aufweist, ist das Projekt auf ausländische Unterstützung angewiesen.

Aus diesem Grund führt die Regierung in Ulaanbaatar parallele Gespräche mit einer bisher nicht namentlich genannten französischen Partei. Es wird in Branchenkreisen vermutet, dass es sich hierbei um französische Exportkreditversicherungen oder Geschäftsbanken handelt, die im Rahmen der europäischen Außenwirtschaftsförderung die Ausfuhr von Airbus-Produkten unterstützen. Das genaue Verhandlungsstadium sowie die exakten Konditionen der Kredite wurden bislang nicht veröffentlicht. Die staatliche Beteiligung an diesen Verhandlungen verdeutlicht, dass das Vorhaben stark von der politischen Unterstützung der mongolischen Regierung abhängt, was im Falle von Regierungswechseln oder wirtschaftlichen Schwankungen im Rohstoffsektor des Landes zu Budgetrisiken führen kann.

Operative Herausforderungen durch den Typenwechsel

Ein kritischer Aspekt des angekündigten Vorhabens ist die Abkehr von der bisherigen Dominanz des US-amerikanischen Herstellers Boeing. Die aktuelle Flotte der Miat Mongolian Airlines setzt sich fast ausschließlich aus amerikanischen und regionalen Flugzeugtypen zusammen. Die Fluggesellschaft betreibt gegenwärtig eine Boeing 737-8, drei ältere Boeing 737-800, ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing 757-200, eine Boeing 767-300ER für die Langstrecke sowie zwei moderne Langstreckenmaschinen des Typs Boeing 787-9. Hinzu kommen zwei Regionaljets des Typs Bombardier CRJ700. Zudem stehen aus früheren Verträgen noch Lieferungen von drei weiteren geleasten Boeing 737 Max 8 aus, die eigentlich ältere Modelle ersetzen sollten.

Der geplante Kauf von zehn Airbus-Maschinen bedeutet den Aufbau einer parallelen Flottenstruktur, da das Unternehmen letztmals im Jahr 2011 ein Airbus-Modell, eine einzelne A310-300, einsetzte. Das Betreiben einer gemischten Flotte erfordert erhebliche Investitionen in die Ausbildung von Piloten, Flugbegleitern und technischem Personal. Zudem müssen separate Ersatzteillager aufgebaut und die Wartungshallen am internationalen Flughafen Chinggis Khaan für die neuen Abmessungen und technischen Systeme angepasst werden. Ob sich die erhofften Einsparungen bei den Leasinggebühren mit den zusätzlichen administrativen und operativen Kosten einer zweigleisigen Flottenstruktur aufrechnen lassen, bleibt unter Luftfahrtexperten umstritten. Welcher spezifische Airbus-Typ ausgewählt wird, soll sich in den kommenden Monaten nach einer internen Bedarfsanalyse der Fluggesellschaft entscheiden.

Einbindung in die nationale Verkehrspolitik und Marktkontext

Das Vorhaben ist Teil eines breiter angelegten Programms der mongolischen Regierung zur Entwicklung des nationalen Luftfahrtsektors. Die Mongolei versucht seit Eröffnung des neuen internationalen Flughafens nahe der Hauptstadt im Jahr 2021, ihre geografische Lage zwischen Russland und China als Transitknotenpunkt zu nutzen. Im Rahmen von staatlichen Initiativen zur Förderung des internationalen Tourismus und des geschäftlichen Reiseverkehrs, insbesondere im Zusammenhang mit dem expandierenden Bergbausektor des Landes, wurden Einreisebestimmungen gelockert und neue Luftfahrtabkommen geschlossen.

Miat Mongolian Airlines hat in diesem Zusammenhang ihr Streckennetz im laufenden Jahr ausgeweitet und bedient Ziele wie Frankfurt, Istanbul, Seoul, Tokio, Peking und Hongkong. Linienflüge nach Singapur wurden kürzlich auf einen ganzjährigen Betrieb umgestellt. Der Erfolg der geplanten Flottenmodernisierung hängt jedoch maßgeblich davon ab, ob die Fluggesellschaft die neuen Kapazitäten auf diesen hart umkämpften internationalen Routen stabil auslasten kann. Regionale Mitbewerber aus Südkorea, China und der Türkei drängen ebenfalls auf den mongolischen Markt, was zu einem anhaltenden Preisdruck führt. Die Umstellung von einer Leasing- auf eine Eigentumsstruktur ist somit ein wirtschaftliches Wagnis, dessen Erfolg erst nach der tatsächlichen Auslieferung und Integration der neuen Flugzeuge bewertet werden kann.

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