Die nationale libanesische Fluggesellschaft Middle East Airlines (MEA) plant die Gründung einer eigenen Billigfluggesellschaft mit dem Namen Fly Beirut. Der Vorstandsvorsitzende der MEA, Mohammad El Hout, gab das Vorhaben im Rahmen der Feierlichkeiten zum 80-jährigen Firmenjubiläum der Airline bekannt. Die neue Tochtergesellschaft soll voraussichtlich im Jahr 2027 ihren Betrieb aufnehmen und ist Teil einer umfassenden Strategie zur Diversifizierung des Geschäftsmodells und zur Stärkung des Luftfahrtstandorts Beirut.
Mit der Gründung von Fly Beirut reagiert die MEA auf die langjährigen Beschwerden der libanesischen Diaspora und von Vielfliegern über die hohen Ticketpreise der nationalen Fluggesellschaft. Die neue Billig-Airline soll als hundertprozentige Tochtergesellschaft der MEA, aber mit einer unabhängigen Betriebsstruktur agieren und Flüge zu Preisen anbieten, die Berichten zufolge etwa 30 Prozent unter den Tarifen der Hauptgesellschaft liegen sollen. Fokusmärkte für Fly Beirut werden voraussichtlich Routen in den Nahen Osten und nach Europa sein. Die MEA will dadurch ihre Reichweite erhöhen und gleichzeitig eine klarere operative Unterscheidung zwischen ihrem Full-Service- und dem neuen Low-Cost-Angebot schaffen.
Die Gründung der neuen Billig-Airline geht mit weiteren Expansionsplänen der MEA einher. Die Fluggesellschaft erwartet, im kommenden Jahr (2026) sechs neue Airbus-Maschinen in ihre Flotte aufzunehmen. Die neue Billigfluggesellschaft soll Berichten zufolge mit zunächst vier Airbus Narrowbody-Jets starten, wobei A320neo-Flugzeuge von Leasinggebern im Gespräch sind. Parallel zur Expansion der Flugkapazität strebt die MEA die Wiederherstellung der Rolle Beiruts als regionaler Wartungshub für ausländische Fluggesellschaften an. Dazu sind der Bau neuer Einrichtungen und Infrastruktur-Upgrades am Rafic Hariri International Airport notwendig, um die technische Kapazität des Libanon im Luftfahrtsektor zu erhöhen.
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