Die libanesische Staatsfluggesellschaft Middle East Airlines hat den Linienbetrieb zwischen dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER) und der libanesischen Hauptstadt Beirut aufgenommen.
Die Flugverbindung wird viermal wöchentlich an den Verkehrstagen Dienstag, Freitag, Samstag und Sonntag bedient. Zum Einsatz kommen auf dieser Strecke Flugzeuge des Typs Airbus A320, die über eine Passagierkapazität von 180 Sitzplätzen verfügen. Aletta von Massenbach, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, bestätigte die Betriebsaufnahme der SkyTeam-Allianzgesellschaft am deutschen Hauptstadtflughafen.
Die Einrichtung der Flugroute zielt primär auf das Marktsegment des ethnischen Reiseverkehrs (Visiting Friends and Relatives) ab. In Berlin und den umliegenden Bundesländern existiert eine der zahlenmäßig größten libanesischen Gemeinschaften innerhalb der Europäischen Union. Das Flugangebot deckt zudem eine logistische Funktion als Transitroute für Reisende mit Endzielen in Nachbarländern des Libanon ab, darunter insbesondere Syrien, da der dortige Luftraum für europäische und internationale Fluglinien aufgrund politischer Sanktionen und Sicherheitsrisiken weitgehend gesperrt ist. Das Drehkreuz in Beirut fungiert somit als ein wichtiger kontinentaler Verknüpfungspunkt im Nahen Osten.
Luftfahrtanalysten betrachten die Neuaufnahme der Strecke vor dem Hintergrund der anhaltenden geopolitischen Spannungen in der Nahost-Region mit einer gewissen Zurückhaltung. Der Flugbetrieb von und nach Beirut unterlag in der jüngeren Vergangenheit wiederholt erheblichen operationellen Risiken, die durch militärische Konflikte im Grenzgebiet, zeitweise Sperrungen des libanesischen Luftraums sowie sprunghaft ansteigende Versicherungsprämien für Flugzeugleasinggesellschaften ausgelöst wurden. Middle East Airlines, die sich mehrheitlich im Besitz der libanesischen Zentralbank befindet, musste in der Vergangenheit bereits Teile ihrer Flotte im Ausland stationieren, um das finanzielle und materielle Ausfallrisiko zu minimieren.
Für den Flughafen BER stellt der Einzug der traditionsreichen, 1945 gegründeten Netzwerk-Fluggesellschaft zwar eine quantitative Ergänzung des Angebotsportfolios dar, die wirtschaftliche Rentabilität und die langfristige Stabilität der Route hängen jedoch maßgeblich von der volatilen Sicherheitslage im östlichen Mittelmeerraum ab. Plötzliche Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes oder eine Eskalation der regionalen Lage könnten, wie bei früheren Anläufen anderer Fluggesellschaften auf dieser Relation, zu kurzfristigen Flugstreichungen und einer starken Reduzierung des Passagieraufkommens führen.