Die Deutsche Lufthansa unterzieht ihr Kundenbindungsprogramm einer optischen und namentlichen Veränderung. Bis zum Ende des Jahres 2026 soll die bekannte Marke „Miles & More“ in „Lufthansa Group Miles & More“ umbenannt werden.
Mit diesem Schritt bindet der Luftfahrtkonzern sein Loyalitätsprogramm enger an die übergeordnete Konzernmarke. Die Umstellung geht mit einer veränderten visuellen Gestaltung und dem neuen Leitspruch „Moments that move you“ einher, der den emotionalen Charakter des Programms betonen soll.
Laut Dieter Vranckx, Vorstandsmitglied und Chief Commercial Officer der Lufthansa Group, soll die Zugehörigkeit der Konzerngesellschaften durch den neuen Namen deutlicher sichtbar werden. Das Vielfliegerprogramm dient künftig als gemeinsames Loyalitätssystem für alle Fluggesellschaften der Gruppe, zu der unter anderem Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Eurowings gehören. Trotz der stärkeren optischen Anbindung an die Konzernmutter sollen die individuellen Identitäten der einzelnen Fluggesellschaften im täglichen Betrieb jedoch gewahrt bleiben.
In der Luftfahrtbranche wird dieser Schritt von Analysten differenziert betrachtet. Die stärkere Integration spiegelt den Trend wider, Kundenbindungsprogramme nicht mehr nur als Zusatzleistung für Vielflieger zu verstehen, sondern als hochprofitable Finanzinstrumente innerhalb einer Airline-Gruppe. Miles & More generiert erhebliche Umsätze durch Kooperationen mit Banken bei Kreditkarten sowie mit Partnern im Einzelhandel. Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass reine Namensänderungen und neue Slogans die tatsächlichen Herausforderungen des Programms nicht lösen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Unmut unter den Teilnehmern über veränderte Bedingungen bei der Meilenvergabe, die Entwertung von Prämienmeilen und die eingeschränkte Verfügbarkeit von Freiflügen auf beliebten Strecken.
Ob das neue Design und der veränderte Markenauftritt die Attraktivität des Programms für Gelegenheitsflieger im harten Wettbewerb mit anderen europäischen Allianzen steigern können, bleibt abzuwarten. Die technische und visuelle Umsetzung des Relaunches soll schrittweise an allen Kundenschnittstellen bis zum Jahreswechsel vollzogen werden. Für die Kunden ändert sich an den bestehenden Meilenkonten und den grundlegenden Sammelregeln durch die reine Markenanpassung vorerst nichts.