Die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) stellt ihren Aufsichtsrat für die kommende Amtsperiode turnusgemäß neu auf und vollzieht dabei einen Wechsel an der Spitze des Kontrollgremiums.
Die bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Hiltrud Werner ist nach fünf Jahren im Amt nicht erneut für den Vorsitz angetreten und scheidet aus dem Gremium aus. Unter ihrer Führung gelang der mitteldeutschen Flughafengruppe, zu der die Standorte Leipzig/Halle und Dresden gehören, eine tiefgreifende operative Restrukturierung. Die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen zeigten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 deutliche Wirkung: Erstmals in der gesamten Unternehmensgeschichte konnte der Konzern ein positives Gesamtergebnis in Höhe von 10,5 Millionen Euro ausweisen und gleichzeitig die Umsatzmarke von 200 Millionen Euro überspringen.
Den Vorsitz des neu besetzten Aufsichtsrates übernimmt Karsten Mühlenfeld. Der promovierte Maschinenbauingenieur verfügt über umfassende Führungserfahrung in der internationalen Luftfahrt- und Zulieferindustrie. Zu seinen früheren beruflichen Stationen gehören Managementpositionen bei den Triebwerksherstellern Rolls-Royce Deutschland und Bombardier sowie der irischen Fluggesellschaft Ryanair. Zudem besitzt er spezifische operative Flughafenexpertise aus seiner Zeit als Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB). Das sächsische Finanzministerium sowie das Finanzressort des Landes Sachsen-Anhalt, die als öffentliche Gesellschafter die Mehrheit an der MFAG halten, versprechen sich von der Personalie eine Festigung des wirtschaftlichen Konsolidierungskurses.
Neben dem neuen Vorsitzenden wurden weitere Branchenexperten und politische Vertreter in das zwölfköpfige Kontrollgremium berufen. Neu im Aufsichtsrat sitzen die sächsische Staatsministerin für Regionalentwicklung Regina Kraushaar sowie Bettina Ganghofer, die aktuelle Geschäftsführerin der Salzburger Flughafen GmbH. Das neue Führungsteam übernimmt die Verantwortung in einer entscheidenden Übergangsphase, in der das noch laufende Sanierungsverfahren formal abgeschlossen und in ein stabiles, langfristiges Wachstum überführt werden soll. Während der Frachtknotenpunkt Leipzig/Halle im europäischen Logistiknetz eine starke Marktposition behauptet, steht der Passagierflughafen Dresden vor der Herausforderung, im veränderten regulatorischen und wirtschaftlichen Umfeld neue Verkehrsströme zu erschließen.
Die scheidende Vorsitzende erntete für ihre Arbeit interfraktionelle Anerkennung. Der sächsische Finanzminister Christian Piwarz und der sachsen-anhaltische Finanzminister Michael Richter betonten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass Werner das Unternehmen in einer existenziellen Krisenphase nach der Pandemie stabilisiert und das operative Ergebnis um rund 21 Millionen Euro verbessert habe. Die MFAG sieht sich mit der personellen Neuausrichtung für die kommenden Transformationsprozesse gerüstet. Vorrangiges Ziel des neuen Aufsichtsrates unter Mühlenfeld und des Vorstandes um CEO Götz Ahmelmann bleibt es, die Krisen- und Marktresilienz der mitteldeutschen Standorte zu stärken sowie die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Flughafenmarkt abzusichern.