Die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) zieht strukturelle Anpassungen an ihren beiden Standorten Dresden und Leipzig/Halle in Betracht. Für den Flughafen Dresden prüft die Betreibergesellschaft derzeit den Neubau eines kleineren Terminalgebäudes.
Das vor rund 25 Jahren in Betrieb genommene, gegenwärtige Hauptterminal soll bei Realisierung der Pläne stillgelegt werden, um die laufenden Bewirtschaftungskosten an das veränderte Passagieraufkommen anzupassen. Wie das Unternehmen mitteilte, befinden sich die Überlegungen in einem frühen Stadium; konkrete Beschlüsse zu Standort, Zeitplan und Finanzierung stehen noch aus. Eine Verkleinerung des Altbaus wurde aus Wirtschaftlichkeitserwägungen verworfen.
Auch am Fracht- und Passagierknotenpunkt Leipzig/Halle sind operative Vereinfachungen im Gespräch. Um die Instandhaltungs- und Abwicklungskosten im Passagierbereich zu senken, plant das Management den Rückbau von Fluggastbrücken, sodass Fluggäste Maschinen künftig direkt über das Vorfeld erreichen. Zudem soll die Check-in-Infrastruktur räumlich verdichtet werden. Hintergrund beider Maßnahmen ist die historisch bedingte Überdimensionierung der Terminalbauten, die vor der Jahrtausendwende für deutlich höhere Fluggastzahlen ausgelegt worden waren und nun hohe Fixkosten verursachen.
Die strukturellen Umbauüberlegungen folgen auf ein Sanierungsprogramm der Holding, das im Juli 2026 vorzeitig abgeschlossen werden konnte und für das Geschäftsjahr 2025 zu einem positiven Betriebsergebnis von 10,5 Millionen Euro führte. Der wirtschaftliche Konsolidierungskurs war von Stellenstreichungen sowie einem Rückgang im Linien- und Low-Cost-Segment begleitet. Das Passagieraufkommen leidet unter Streckenstreichungen etablierter Fluggesellschaften und den im europäischen Vergleich hohen deutschen Standort- und Sicherheitsgebühren. Unter anderem hatte sich die Billigfluggesellschaft Ryanair aus Leipzig zurückgezogen, wobei Verhandlungen über eine mögliche Wiederaufnahme von Verbindungen geführt werden.
Luftfahrtexperten werten die Überlegungen der Betreibergesellschaft als notwendige Reaktion auf die veränderten Marktbedingungen im deutschen Regionalflugverkehr. Während der Frachtverkehr in Leipzig ein wichtiges Standbein bleibt, verharren die Passagierzahlen an ostdeutschen Regionalflughäfen deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Eine Reduzierung überflüssiger Terminalflächen gilt daher als logischer Schritt, um die Betriebskosten dauerhaft an das reale Frequenzvolumen anzupassen.