Die italienische Reederei Moby Lines hat ihren Fahrplan für das Jahr 2026 veröffentlicht und setzt dabei auf eine signifikante Verdichtung des Streckennetzes im Tyrrhenischen Meer. Im Zentrum der operativen Planung steht die ganzjährige Verbindung zwischen Livorno und Olbia auf Sardinien.
Auf dieser Hauptroute setzt das Unternehmen seine beiden neuesten Flaggschiffe, die „Moby Fantasy“ und die „Moby Legacy“, ein. Diese Schiffe gehören zu den größten Passagierfähren im Mittelmeerraum und verfügen über eine Kapazität von jeweils bis zu 3.000 Passagieren und 1.300 Fahrzeugen. Die technische Ausstattung dieser Neubauten zielt auf eine hohe operative Effizienz ab, während der Komfort durch dedizierte Gastronomie-Decks und digitale Dienstleistungen wie flächendeckendes WLAN gesteigert wurde.
Neben der Verbindung ab Livorno bleibt der Hafen von Genua ein zentraler Knotenpunkt für Reisende aus Nordeuropa. Die Routen nach Olbia und Porto Torres werden weiterhin ganzjährig bedient, wobei vor allem Nachtfahrten den Kern des Angebots bilden, um die Reisezeiten für Passagiere zu optimieren. Ergänzt wird dieses Netzwerk durch die Verbindung von Civitavecchia nach Olbia, die in der Hochsaison durch zusätzliche Tagfahrten verstärkt wird. Für den schnellen Grenzverkehr zwischen den Inseln sorgt die Verbindung von Santa Teresa Gallura nach Bonifacio auf Korsika, die mehrmals täglich befahren wird und die kürzeste maritime Brücke zwischen den beiden Mittelmeerinseln darstellt.
Das Angebot für Korsika-Reisende umfasst zudem Tagesverbindungen ab Livorno und Genua nach Bastia. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erschließung der Insel Elba ab dem toskanischen Hafen Piombino. Die Ziele Portoferraio, Rio Marina und Cavo werden hochfrequent angefahren, wobei die kurzen Überfahrtszeiten von teilweise unter einer Stunde eine flexible Reiseplanung ermöglichen. An Bord der Flotte stehen verschiedene Kabinenkategorien zur Verfügung, die von funktionalen Innenkabinen bis hin zu Außenkabinen mit eigenem Bad reichen. Spezielle Bereiche für Familien und Kinder sowie eine verbesserte digitale Buchungsverwaltung über die hauseigene App sollen die Marktposition der Reederei im Wettbewerb der Fährgesellschaften festigen.
Branchenexperten werten die frühzeitige Bekanntgabe des Fahrplans 2026 als Versuch, Marktanteile im boomenden Mittelmeertourismus zu sichern. Moby Lines reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach verlässlichen Ganzjahresverbindungen und modernisiertem Bordkomfort. Während ältere Einheiten der Flotte sukzessive durch die neuen Flaggschiffe entlastet werden, bleibt die strategische Ausrichtung auf die großen Hubs in der Toskana und Ligurien bestehen. Die Integration von digitalen Services und die Erweiterung der Kapazitäten auf den Hauptrouten deuten darauf hin, dass die Reederei ihre operative Schlagkraft vor allem auf den volumenstarken Korridoren nach Sardinien weiter ausbauen möchte.