Der Airbus A321XLR mit der Kennung EC-OOJ der spanischen Fluggesellschaft Iberia bleibt nach einem schweren Vogelschlag beim Start in Madrid am 3. August 2025 voraussichtlich monatelang außer Betrieb. Der Vorfall, bei dem die brandneue Maschine erheblichen Schaden erlitt, unterstreicht die Komplexität und die Anfälligkeit des Flugbetriebs gegenüber solchen Naturereignissen. Erst am 2. Juli 2025 war das Flugzeug an Iberia ausgeliefert worden, die als Erstbetreiber des Langstrecken-Schmalrumpfflugzeugs gilt.
Der Zwischenfall ereignete sich, als das Flugzeug auf Flug IB579 nach Paris-Orly unterwegs war und in etwa 7.000 Fuß Höhe mit einem großen Vogel, mutmaßlich einem Geier, kollidierte. Die Wucht des Aufpralls zerstörte das Radom (Flugzeugnase), hinter dem sich das Wetterradar befindet, teilweise und führte zu sichtbaren Bruchschäden. Zudem wurde der Vogel anschließend vom linken Triebwerk angesaugt, wobei Fanblätter beschädigt wurden. Die Piloten leiteten sofort das Notfallprotokoll ein und kehrten ohne weitere Komplikationen nach etwa 20 Minuten sicher zum Startflughafen Madrid-Barajas zurück. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder blieben unverletzt.
Seit dem Vorfall befindet sich der nur wenige Wochen alte Langstreckenjet am Boden. Der erlittene Schaden ist beträchtlich und die Wiederinbetriebnahme zieht sich hin. Nach Angaben der Leiterin der Wartung bei Iberia, Natalia Martínez del Río, hat der Flugzeughersteller Airbus erst am 30. September die endgültige Reparaturanweisung für das Flugzeug übermittelt – fast zwei Monate nach dem Vogelschlag. Die Reparatur gilt als „sehr komplex“, was auf das Ausmaß der Schäden sowohl an der Flugzeugstruktur als auch am Triebwerk hindeutet.
Der A321XLR ist für Iberia ein strategisch wichtiges Modell, da es auf längeren, transatlantischen Strecken eingesetzt werden soll, für die bisher größere Flugzeuge nötig waren. Der frühzeitige Ausfall der EC-OOJ stellt die Fluggesellschaft vor Herausforderungen bei der Einsatzplanung. Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass Vogelschläge, insbesondere mit großen Vögeln, trotz moderner Triebwerksnormen, ein ernstes Sicherheitsrisiko für Flugzeuge darstellen können und zu teuren und zeitaufwändigen Reparaturen führen.