Der Schweizer Schifffahrtskonzern MSC Group hat mit den Bauarbeiten für eine zweite Privatinsel auf den Bahamas begonnen.
Wie das Unternehmen im Rahmen eines offiziellen Spatenstichs unter Teilnahme von Unternehmensvertretern und dem bahamaischen Premierminister Philip Davis mitteilte, soll die Insel Sandy Cay ab dem Jahr 2028 für Passagiere der Reedereien MSC Cruises und Explora Journeys zur Verfügung stehen. Das Areal befindet sich in direkter Nähe zu der bereits bestehenden Konzerndestination Ocean Cay. Das Konzept sieht die Errichtung von Gastronomiebetrieben, Strandabschnitten und Erholungszonen vor.
Parallel zu den Erschließungsarbeiten auf Sandy Cay führt der Konzern Anpassungen auf der Nachbarinsel Ocean Cay durch, die Ende 2019 in Betrieb genommen wurde. Die dortigen Baumaßnahmen umfassen die Ergänzung von Restaurationen und zusätzlichen Strandbereichen für unterschiedliche Zielgruppen. Zudem erfolgt eine bauliche Verlängerung der Schiffsanlegebrücke, um die Kapazität des Liegeplatzes bis Ende 2027 auf die gleichzeitige Abfertigung von zwei Kreuzfahrtschiffen zu verdoppeln. Durch die Aufteilung auf zwei nahegelegene Inseln versucht die Reederei, die Passagierströme der Karibik-Routen effizienter zu steuern.
Die Entwicklung exklusiver Zielgebiete stellt einen anhaltenden Trend in der Kreuzfahrtindustrie dar. Neben der MSC Group investieren auch Mitbewerber wie Royal Caribbean, Carnival Corporation und Norwegian Cruise Line erhebliche Mittel in den Ausbau privater Inselressorts im karibischen Raum. Die Errichtung konzerneigener Anlaufstellen ermöglicht es den Anbietern, das Landprogramm der Passagiere vollständig zu kontrollieren und zusätzliche Einnahmen im Nebengeschäft vor Ort zu generieren. Zudem entfallen bei der Nutzung konzerneigener Häfen Gebühren, die andernfalls an öffentliche Hafenbehörden entrichtet werden müssten.
Wirtschaftsanalysten weisen darauf hin, dass die Fokussierung auf geschlossene Privatinseln Risiken für die lokale Wirtschaft der Gastländer birgt. Während der Bau und die Erschließung kurzfristig Einnahmen für lokale Bauunternehmen und Lizenzgebühren für den Staat bringen, verbleibt ein großer Teil der von den Passagieren getätigten Ausgaben direkt im Wertschöpfungskreislauf der Reedereien. Regionale Reiseveranstalter und Gewerbetreibende in traditionellen Karibikhäfen profitieren von diesen Anläufen in der Regel nur eingeschränkt.